Tag Archives: Tages-Anzeiger

Qualität fängt mit «Kuh» an

Letzte Woche las ich im «Tages-Anzeiger» nach Hinweis korrigiert am 22.9.08: «Newsnetz» unter dem Titel «Die Gratiszeitung als Übergangsphänomen» ein tapferes Fazit: Schaffen es die Kaufzeitungen also, den Lesern mit qualitativ hoch stehenden Inhalten echten Mehrwert zu bieten, könnten die Gratiszeitungen noch vor ihnen das Zeitliche segnen. Qualitativ hochstehend? Dann bietet sich beim «Tages-Anzeiger» ein [...]

Yuppiesierung

Der «Tages-Anzeiger» berichtet heute einmal mehr über den Zürcher Wohnungsmarkt und serviert uns ein Schlimmes Wort: [Zweitwohnungen, teure Wohnungen für Geschäftsleute sowie die kaufkräftigen Zuzüger] verdrängen Familien aus den Trendquartieren im Zentrum Zürichs. Leisten können sich Wohnungen dort vor allem noch Singles und Doppelverdiener ohne Kinder – sogenannte Yuppies. Darum befürchtet [Mieterverbands-Präsident] Scherr eine «Yuppiesierung» [...]

Wehrhaft

Vor der grossen Sommerpause sei der Redaktion des «Tages-Anzeiger» gesagt, dass ich mich gegen ihre unmässige Verwendung von «sich wehren» zu wehren gedenke. Denn vor lauter gedruckter Wehrgräben geht nicht nur der Zusammenhang verloren, auch die Wendung verliert ihre Aussagekraft. Wenn sich jeden Tag jemand gegen etwas wehrt, werden wir uns der völligen Sprachinflation kaum [...]

Schlachtenlärm

Die Konsumschlacht zu Weihnachten scheint dieses Jahr besonders kriegerisch zu werden. Im «Tages-Anzeiger» lese ich soeben über die ersten Kollateralschäden: Zehntausende haben sich am zweiten Sonntagsverkauf in der Innenstadt ins Getümmel gestürzt. Geschäftsinhaber vermelden nach dem Grosskampftag sehr gute Umsätze. (…) Allerdings: Flaniert werde heute nicht mehr (…). Im Gegenteil, der Einkauf sei generalstabsmässig geplant: [...]

Lächelerkennung

Der «Tages-Anzeiger» berichtete diese Woche über eine neue Digitalkamera, die neben der aktuellen Anzahl Megapixel eine zweite wichtige Eigenschaft besitzt: Die Kamera foto­grafiert auf Wunsch nur jene Per­sonen, die von der Lächeler­kennung (Gesichtserken­nungstechnologie) als lustige Gesellen er­kannt werden. Wer als Partyfotograf unterwegs ist und für sein Portal möglichst viele lustige Gesellen ablichten möchte, wird sich [...]

Im Wind zerschlagen

Eben beim «Tages-Anzeiger» gelesen: Die Hoffnungen, die USA würden sich an der Uno-Klimakonferenz in Bali auf die Reduzierung ihres Schadstoffausstosses festlegen, zerschlagen sich im Wind. Früher wurden bloss Warnungen oder Ratschläge in den Wind geschlagen. Die Hoffnungen zerschlugen sich ohne nähere Ortsangabe. Was aber bringen uns sich im Wind zerschlagende Hoffnungen? Mehr Sauberkeit, weil die [...]

Quasi wie exakt

«Writing about music is like dancing about architecture» sagte jemand. Das wird wohl stimmen. Trotzdem war ich konsterniert, im «Tages-Anzeiger» vom 17. November diesen Satz zu lesen: Dabei spielten [Interpol] nicht nur die recht unverblümt eingängigen Songs wie «Obstacle 1», «C’mere» oder «The Heinrich Maneuver». Wenn ein Song eingängig ist, ist er automatisch unverblümt – [...]

Changezynismus

Im «Tages-Anzeiger» vom 16. November berichtet Annette Müller über den oft fehlenden Enthusiasmus bei Restrukturierungen (Artikel online nicht zugänglich): Die Managementliteratur hat schon viel Papier produziert über Veränderungspro­zesse in Unternehmen, den so genannten Change. «So genannt» trifft den Nagel auf den Kopf. Wenn sich die Mitarbeiter mit dem Geschwafel über «Veränderungsmanagement» und «strukturelle Evolution» nicht [...]

Auf dem realen Lebensboden

Ende Monat wird der zweite Zürcher Ständeratssitz vergeben. Verena Diener gegen Darth Vader – es gab auch schon erfreulichere Wahlen. Im «Tagi Talk» des «Tages-Anzeigers» hat Diener nun Stellung zu Leserfragen genommen. Zum Beispiel zur Folgenden: Galladé ist sicher am Puls der Jungen und Jüngeren – was tun Sie für die Jungen? Denken Sie, dass [...]

Die ewige Aufgabe

Vier Jahre lang hat der Altphilologe Kurt Steinmann an einer Neuübersetzung der Odyssee gearbeitet, Zeile für Zeile, 15 Verse pro Tag. Der «Tages-Anzeiger» widmet dem Übersetzer und seinem Werk einen ganzseitigen Artikel. Weshalb übersetzt jemand einen so grossen Brocken neu – und dann erst noch in Hexameter? «Alle grossen Werke der Weltliteratur verdienen es, von [...]