Tag Archives: Medien

lüschern

Familiennamen als Verben scheinen dieses Jahr beliebt zu sein. Nach dem Ospeln wird jetzt auch das Lüschern erfunden:
[Thinkabout schreibt] @ugugu: Bitte verzichten Sie hier auf jegliche Drohungen, sonst muss ich Sie lüschern.
Genug der Namenswitze. Ich mach mich aus dem Staub.

Ein Fluss mit starken Armen

Täusche ich mich, oder werden in letzter Zeit englische Wendungen gerne scheingermanisiert? Ein aktuelles Beispiel aus dem «Tages-Anzeiger», der über das Hochwasser in Iowa berichtet:
Am Abend ging das Hochwasser zwar leicht zurück. Die Behörden liessen die Menschen aber nicht in die evakuierten Häuser zurückkehren. «Der Fluss trägt immer noch zuviel Wasser mit sich, die Lage [...]

Eine textuelle Dysfunktion

Die «Werbewoche» ist für Sprachgourmets nur bedingt geeignet. Häufig serviert sie ihren Lesern ein innovatives Süppchen aus nachhaltigem PR-Jargon, casually eingestreuten Buzzwords und repetitiven Wiederholungen zuvor genannter Sachverhalte, welche eingangs bereits erwähnt wurden. Zum Abschmecken werden dann noch ein paar Kalauer in die Suppe gerührt. Wenn im Wochen-Porträt zum Beispiel ein PR-Schuldirektor vorgestellt wird, der [...]

Mir hei gseh, dass ä Handligsbedarf besteit, wo itz mues abklärt wärde

Weils so schön passt: Idylle mit Kühen, fernab jeder RailCity. Das Bild ist von mir. Nid chlaue stähle, syt so guet!
In seinem NZZ-Artikel «Easy Swiss – oder: Man spricht Deutsch» zieht Walter Boris Fischer gegen die Anglisierung und die Germanisierung des Schwyzerdütsch vom Leder. Seine Argumente gegen englische Importware sind korrekt, aber nicht [...]

Kolumnenbeamter

In einer Flut von Kommentaren zur Kolumnenpandemie in der Schweizer Presse fand ich ein Schönes Wort:
Und Max Küng, den ich für sein Buch “Einfälle kennen keine Tageszeit” sehr gelobt habe, ist zum schlimmsten Kolumnenbeamten abgesackt (…).
Vor zehn oder zwanzig Jahren, als die Kolumne noch als Meisterstück des Journalismus galt, wäre der Kolumnenbeamte ein Oxymoron gewesen. [...]