In den Netzen der Wortwarte ist die Latteisierung hängengeblieben. Zu finden ist das Wort zum Beispiel in einem aktuellen Artikel der Süddeutschen Zeitung. Dort wird das vermutete Ende der Kaffeepause beklagt:
Wenn sich das ganze Team bei Starbucks, der San Francisco Coffee Company oder dem McCafé eindeckt, stirbt die Bürokaffeepause, das beste Zeitfenster für Intrigen, Mobbing [...]
Dickschiffkomposita sind selten schön. Aber manchmal bieten sie einfach mehr Präzision als kurze Wörter. Zum Beispiel das Wort «Selbstunterhaltungsmassnahme», das letzte Woche in einem Konzertbericht erschien:
Das dicht zusammengedrängte Publikum ist offensichtlich ins Volkshaus gepilgert, um den Klassiker «Moon Safari» live zu hören: das merkt man daran, dass spätere Stücke nur eine verhaltene Resonanz finden – [...]
«Writing about music is like dancing about architecture» sagte jemand. Das wird wohl stimmen. Trotzdem war ich konsterniert, im «Tages-Anzeiger» vom 17. November diesen Satz zu lesen:
Dabei spielten [Interpol] nicht nur die recht unverblümt eingängigen Songs wie «Obstacle 1», «C’mere» oder «The Heinrich Maneuver».
Wenn ein Song eingängig ist, ist er automatisch unverblümt - sonst [...]
Emotionen sind oft konventionell - zumindest in literarischen Formeln. Seit Jahrtausenden gibt es den kochenden Zorn und das homerische Gelächter, den brennenden Neid und das finstere Schweigen. Neuschöpfungen sind selten und oft missglückt. Doch welche schöne Abwechslung serviert uns der Perlentaucher in seinem heutigen Feuilleton-Anriss!
Die «Welt» verteidigt Martin Mosebach gegen seine Verächter und zertrümmert mit [...]