Tag Archives: Denglisch

Changezynismus

Im «Tages-Anzeiger» vom 16. November berichtet Annette Müller über den oft fehlenden Enthusiasmus bei Restrukturierungen (Artikel online nicht zugänglich): Die Managementliteratur hat schon viel Papier produziert über Veränderungspro­zesse in Unternehmen, den so genannten Change. «So genannt» trifft den Nagel auf den Kopf. Wenn sich die Mitarbeiter mit dem Geschwafel über «Veränderungsmanagement» und «strukturelle Evolution» nicht [...]

Deutsch als Challenge

Als Beilage zum «Tages-Anzeiger» ist leider «Swiss Leader – Das Magazin zum Swiss Leadership Forum» im Briefkasten gelandet. Schon das Titelbild lässt nichts Gutes vermuten, denn unter dem Bild eines Freikletterers lesen wir: Charismatische Top-Referenten am Swiss Leadership Forum 2006 Jetzt sind die Topexperten also auch noch charismatisch geworden. Ob ein normaler Mensch die Begegnung [...]

Zwinglisch

Das «Tagblatt der Stadt Zürich» berichtet in seiner Ausgabe vom 21. November über den Zürcher Anglizismenwahn (Artikel online nicht frei zugänglich). Für Auswärtige: In Zürich wird nicht zu Mittag gegegesen, sondern geluncht, und natürlich verlangt auch kein Chef mehr nach einer kurzen Zusammenstellung, sondern nur noch nach einem One-Pager. Wenigstens lässt sich diese Unsitte jetzt [...]

Anglizismen-Alarm (I): Edda Moser

Die Sprache der Poets und Thinkers, das war einmal. Doch nun tritt das Gespenst des Sprachzerfalls selbst im Theater auf: In einem Interview mit der FAZ giftet die Opernsängerin Edda Moser gegen des Deutschen unkundige Fernsehreporterinnen, ignorante Wagner-Nachkommen und den allgegenwärtigen Tumor der Angliszismen. Eine Kostprobe: Wie ist es um die Sprache auf unseren Bühnen [...]

Manager gesucht!

Die Sprache der Personalverantwortlichen (Denglisch: Human Ressources Assistants) schien mir schon längere Zeit abgehoben. Nun erklimmt sie neue Höhen – und kippt ins unfreiwillig Komische. Im «Stellen-Anzeiger» vom 13. April sucht der Migros-Genossenschafts-Bund (MGB) eine(n) Category Field Manager Der «Field Manager» lässt sich mit genügend Fantasie und Wohlwollen noch als «Aussendienstmitarbeiter» übersetzen (oder als Feldweibel? [...]

Mittagslunch

Der «Tages-Anzeiger» berichtet heute in seiner Printausgabe über eine Tagung an der ETH namens «1001 Massnahmen gegen Littering.» Das Littering, also das zunehmende Zumüllen öffentlicher Strassen und Plätze, ist ein teures Problem. Die geschätzten jährlichen Reinigungskosten sollen 35 Millionen Franken betragen. Im Artikel wird geschildert, wie das Problem u. a. durch das Aufstellen zusätzlicher Entsorgungstonnen [...]

PostAuto

Noch die einfachsten, klarsten Wörter lassen sich verhunzen. Variante 1: Man schreibe sie auf Denglisch (vgl. dazu «Supercard»). Variante 2: Man höre auf die reinkarnierten Java-Programmierer. Diese sind sich nämlich gewohnt, ihre Termini und Funktionsbezeichnungen mit gemischer Gross- und Kleinschreibung zu schreiben. Während aber Unwörter wie «setClockInterval» oder «getCustomerNameByCustomerID» in einem Quellcode niemanden stören, beleidigen [...]

Die Hausfrau bleibt im Küchenschrank

Fremdsprachen sind Glückssache. In der «NZZ am Sonntag» wird der neue Film «Handyman» mit Marco Rima wie folgt rezensiert: (…) Machtentscheidend ist jedoch, wie viel Salz, Pfiff und Pfeffer der Film hat. Leuten mit Bluthochdruck kann sofort Entwarnung gegeben werden: Das Ménagèrli bleibt im Chuchichäschtli. Dabei hätte der Plot ein paar hübsche Twists aus der [...]

Backfische

Der Backfisch, lehrt uns Bedrohte Wörter ist ein aussterbendes Wort für halbwüchsige Mädchen (auch ein aussterbendes Wort). Heute werden ja alle entwicklungspsychologischen Stadien englisch benannt: Kleinkinder Babies, Kinder Kids, Teenager Boys und Girls, junge Erwachsene Twentysomethings und so weiter. Das Aussterben scheint nun dank Sterbehilfe der Migros noch ein wenig schneller vor sich zu gehen. [...]

Latenightshow

Das Eindeutschen (oder Lebenlassen) von englischen Wörtern ist ein Kapitel für sich. Dieter Zimmer hat auch dazu einiges zu sagen. Die «Latenightshow» ist in etwa gleich hässlich wie ein «Confidentialitywaiver» oder ein «Sodacaninspector» (Beispiele frei erfunden). Entweder heisst es «Late Night Show» oder «Late-Night-Show». Aber wer sich von Rohr und Kilchsperger antut, wird sich daran [...]