In der Wochenendpresse gabs gleich zwei lesenswerte Artikel zum Schwyzerdütsch. Die «NZZ am Sonntag» berichtete über das Idiotikon, das «Magazin» über die L-Vokalisierung. Etwas verständlicher formuliert: warum Hanspeter von Z. W. «hingerem Gmüesregau» und nicht «hingerem Gmüesregal» steht.
Spanien und Deutschland kämpfen um den Meistertitel, die «Europhorie» und das «Europhoriedefizit» harren geduldig ihrer Würdigung und das Gewitter lässt immer noch auf sich warten. Ein idealer Moment, um das Zitat der Woche zu küren. Im aktuellen «Magazin» dampfplaudert die Sängerin Estelle Swaray:
Mein Leben ist manchmal ziemlich kompliziert. Um zu wissen, was ich damit meine, [...]
«Plaudern und plappern kann leider jeder», heisst es im Lead eines aktuellen «Magazin»-Artikels. In seiner «Anleitung zum Tischgespräch» (laut Inhaltsverzeichnis) liefert Daniel Binswanger dann seitenweise Betrachtungen, die den Leser eher ungesprächig zurücklassen:
Unbestreitbar ist die Kommunikation mit Worten – vom Bettgeflüster über das Tischgespräch bis zur Parlamentsdebatte – die Matrix allen menschlichen Verkehrs. (…) [Alle] grossen [...]
Früher taten es bloss die Zeitschriften für Mode, Ausgehen und Style. Heute tut es sogar die «NZZ am Sonntag»: Sie beschäftigt Korrektoren, welche das Schlimme Wort angesagt wegen eines Sekundenschlafs nicht erkennen und ungelöscht in die Druckstrasse gelangen lassen.
«Wenn die von der Falkenstrasse so und so, dann wollen wir erst recht!» hiess es darauf bei [...]
Im MAGAZIN vom 28. Januar hält Ursula von Arx ein Pläydoyer für den teilfiktionalen Dokumentarfilm «Grounding». Dabei fasst sie auch zusammen, was alles schief ging, bevor die Swissair am Boden blieb:
(..) Fehler. Noch mehr Fehler. Und ein Verwaltungsrat, der alles lammbrav absegnet (…).
In alten, staubigen Büchern hiessen derartige Verwaltungsräte noch lammfromm. Doch damals stand die [...]
Ab und zu bringt eine Nachlese auch Kleinodien ans Licht: In der Weihnachts-Doppelnummer des MAGAZIN geben zwei kanadische Philosophen Auskunft über die Irrwege der Konsumverweigerer (S. 26 ff.). Eine ihrer Hauptaussagen: Wer die grossen Konzerne boykottiert und stattdessen kleine Marken unterstützt, bekämpft nicht etwa den Kapitalismus, sondern fördert ihn:
«Der durchschnittliche Bob Dylan-Fan fährt heute einen [...]