Tag Archives: Anglizismen

PR – ein Puppenheim.

Der Titel der Pressemitteilung liess mich Böses ahnen: «Forget the Love and Flowergeneration - This is the Glove and Powergeneration - Let your Puppet take over» ist ein Indikator für einen hervorragend miesen Text. In der Tat ist dieser Text aber sehr gut – und zwar als Negativbeispiel, das noch manchen schlechten Werbetexter inspirieren wird. [...]

In-Between-Saison

Wenn sich der Winter als Frühling gebärdet, kann es einem schon einmal die Sprache verschlagen. Nicht nur wegen des schönen Wetters, sondern auch wegen der kreischend falschen Töne, mit denen im Esprit-Shop eine Jacke besungen wird:
Kräftiger Cotton mit gewachster Oberfläche und die superleichte Wattierung machen diese Jacke perfekt für die neue In-Between-Saison. Den lässigen Vintage-Style [...]

Mir hei gseh, dass ä Handligsbedarf besteit, wo itz mues abklärt wärde

Weils so schön passt: Idylle mit Kühen, fernab jeder RailCity. Das Bild ist von mir. Nid chlaue stähle, syt so guet!
In seinem NZZ-Artikel «Easy Swiss – oder: Man spricht Deutsch» zieht Walter Boris Fischer gegen die Anglisierung und die Germanisierung des Schwyzerdütsch vom Leder. Seine Argumente gegen englische Importware sind korrekt, aber nicht [...]

The Importance of Seeming Earnest

Letzte Woche habe ich wieder einmal den «Spiegel» gekauft, der vor einem Jahr unbedingt «dem Deutsch» vor der Strangulation durch Anglizismen retten wollte. Ob dies dem «Spiegel» im redaktionellen Teil gelingt, kann ich als Gelegenheitsleser nicht beurteilen. Im Anzeigenteil ist die Diagnose einfacher: Es gibt subjektiv mehr vernünftige, weil deutsche Slogans:
Technik fürs Leben (Bosch)
Die Post [...]

Slim gefittetes Blabla

Das Gratis-Modeheft «adress» erheiterte mich mit seinem bierernsten Schwurbel auf vielfältige Weise. Es brachte mir zum Beispiel «Manschetten und Krawatten als [den ultimativen] Ausdruck des guten Geschmacks» näher. Es verkündete mir das Evangelium des Heimatkitsches: «Der Gipfel des Matterhorns: Allein sein Anblick ringt uns den Respekt ab, den der Berg verdient hat. Damals, [...]

Anglizismen reloaded

Als der «Spiegel» letztes Jahr «dem Deutsch» retten wollte, bediente er sich wackliger Argumente und einer grauslichen Sprache. In der «Zeit» finden wir heute einen besseren Versuch: Jens Jessen wettert in seinem Manifest «Die verkaufte Sprache» nämlich nicht über Werbeslogans, sondern über die Grossmannssucht, die hinter dem Gebrauch dämlicher Denglisch-Wörtchen steckt:
[Der Importeur englischer Leerformeln] will [...]

Zwinglisch

Das «Tagblatt der Stadt Zürich» berichtet in seiner Ausgabe vom 21. November über den Zürcher Anglizismenwahn (Artikel online nicht frei zugänglich). Für Auswärtige: In Zürich wird nicht zu Mittag gegegesen, sondern geluncht, und natürlich verlangt auch kein Chef mehr nach einer kurzen Zusammenstellung, sondern nur noch nach einem One-Pager. Wenigstens lässt sich diese Unsitte jetzt [...]

Anglizismen-Alarm (II): Rettet dem Deutsch vor die Angelsachsen

«Rettet dem Deutsch!». Unter diesem Motto steht die Titelgeschichte des aktuellen «Spiegel», deren Rezension der Monarch Anfang Woche versprochen hatte und deren Ausbleiben von Herrn Sprechtakel moniert wurde. Nun, da Wochenend und Sonnenschein regieren, schreiten wir zur Kritik.
Eins vornweg: Wer wissen möchte, woran die deutsche Sprache wirklich krankt, wird vom Donnerwetter aus Hamburg enttäuscht [...]

Anglizismen-Alarm (I): Edda Moser

Die Sprache der Poets und Thinkers, das war einmal. Doch nun tritt das Gespenst des Sprachzerfalls selbst im Theater auf: In einem Interview mit der FAZ giftet die Opernsängerin Edda Moser gegen des Deutschen unkundige Fernsehreporterinnen, ignorante Wagner-Nachkommen und den allgegenwärtigen Tumor der Angliszismen. Eine Kostprobe:
Wie ist es um die Sprache auf unseren Bühnen bestellt?
Unsere [...]