Die überschäumende Fantasie der Stelleninserate-Texter wurde im Wortreich schon öfter gewürdigt. Nun ist mir eine speziell originelle Anzeige ins Auge gestochen. Sie beginnt mit einem schmissigen
Freu dich auf den Frauenüberschuss, lieber Werbeassistent.
Zack! Die limbischen Systeme werden hochgefahren. Und im rezeptierenden Werbeassistentenhirn wird sogleich eine Analogie gebildet. Überschuss, das hatten wir doch schon mal? Richtig! In [...]
Die leere, in ungenutzer Pracht daliegende Halle des Zürcher Hauptbahnhofs ist in den Augen des Monarchen einer der wenigen freien Räume in der Zwinglistadt. Schade nur, dass selbige Halle kaum einmal ihre Weite zeigen darf, sondern permanent mit Skischanzen, Rutschbahnen, Schwingerringen, Marktständen, Kinosälen und ähnlichem Plunder zugestellt wird.
Ein besonders hässliches Beispiel dieser Angst vor [...]
Täusche ich mich, oder wird das Schlimme Wort (TM) vorsorglich tatsächlich nur in üblen Zusammenhängen verwendet? Zum Beispiel also Mobilmachungen, Notstands- oder Bankrotterklärungen oder die noch übleren Tötungen?
Der «Tages-Anzeiger» vom 1. April berichtet – und zwar im aprilscherzfreien Teil – Folgendes:
Vorsorglich hat die kantonale Fischerei- und Jagdverwaltung ein gutes Dutzend halbzahmer Gänse an der Tössegg [...]
Quizfrage: Was verstehen Sie unter einem schadhaften Code? Ein beschädigte Zahlenkombination für Ihren Tresor? Einen unleserlichen Merkzettel für den EC-PIN? Oder, falls Sie programmieren, gar ein Skript, das nicht so funktioniert, wie es müsste?
Natürlich ist keine der obigen Antworten korrekt. Schadhafter Code ist die zaghafte Eindeutschung des malicious code, also des bösartigen, weil den Computer [...]
«Man brauche gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge», riet Schopenhauer. Die Redaktion des Stromkundenmagazins «Saft & Kraft» sah dies umgekehrt und schrieb neben ein Bild bunter Toaster:
«Wer kennt sie nicht, diese Tage an denen alles harziger läuft als sonst? (…) In solchen Momenten hilft nur noch Humor. Oder vielleicht ein bunter Toaster, der die Laune [...]
Nachdem ich das reflexive Unverb «sich herzlich entschuldigen» binnen dreier Tage schon zum zweiten Mal in freier Wildbahn angetroffen habe, war es an der Zeit, das interaktive Delphi-Orakel zu befragen. Mit 541 Suchtreffern ist der Eintrag in die Schlimme Wörter (TM) -Liste problemlos möglich.
Was, mag die krummsitzende Leserschaft fragen, ist denn nun schlimm daran? [...]
Noch die einfachsten, klarsten Wörter lassen sich verhunzen. Variante 1: Man schreibe sie auf Denglisch (vgl. dazu «Supercard»). Variante 2: Man höre auf die reinkarnierten Java-Programmierer.
Diese sind sich nämlich gewohnt, ihre Termini und Funktionsbezeichnungen mit gemischer Gross- und Kleinschreibung zu schreiben.
Während aber Unwörter wie «setClockInterval» oder «getCustomerNameByCustomerID» in einem Quellcode niemanden stören, beleidigen [...]
Im Gespräch mit der ZEIT äussert sich Karen Heumann, Strategiechefin der Werbeagentur Jung von Matt, über Individualität, Kreativität, Rollenbilder und einiges mehr (Ausgabe vom 19. Januar 2006, online nicht frei zugänglich). Das häufigste Wohnzimmer Deutschlands (vgl. «extravertiert») entpuppt sich als ihre Idee. Frau Heumann sieht dieses
«als Fitnessübung für unsere Trainees, damit der Neugiermuskel trainiert wird.» [...]
Die WOZ widmet sich in ihrer Ausgabe vom 19. Januar unter anderem dem Phänomen des Functional Food (auch so ein schönes deutsches Wort).
Offenbar dürfen makrobiotisch aufgebohrte Joghurts nicht als Medikamente (bzw. Heilmittel) bezeichnet werden. Stattdessen weisen die Nahrungsmittelkonzerne in erstaunlichen Worten auf den «Zusatznutzen» ihrer Produkte hin. Ein Beispiel ist Unilever, dessen Becel-Margarine als
ideal für [...]
Wenn die Verantwortlichen in dichtem Nebel verschwinden sollen, schlägt die Stunde der Akteure. Das Wort stammt aus der Sozialarbeitersprache und bezeichnet «beteiligte Individuen oder Gruppen.» Es wird gerne in Medienmitteilungen der Verwaltung verwendet, wenn diese versichern will, dass alle Beteiligten oder Betroffenen involviert würden.
Mittlerweile sind die Akteure zu einer unverzichtbaren Stütze des gehobenen Schwurbels geworden [...]