Täusche ich mich, oder werden in letzter Zeit englische Wendungen gerne scheingermanisiert? Ein aktuelles Beispiel aus dem «Tages-Anzeiger», der über das Hochwasser in Iowa berichtet:
Am Abend ging das Hochwasser zwar leicht zurück. Die Behörden liessen die Menschen aber nicht in die evakuierten Häuser zurückkehren. «Der Fluss trägt immer noch zuviel Wasser mit sich, die Lage [...]
Die «Werbewoche» ist für Sprachgourmets nur bedingt geeignet. Häufig serviert sie ihren Lesern ein innovatives Süppchen aus nachhaltigem PR-Jargon, casually eingestreuten Buzzwords und repetitiven Wiederholungen zuvor genannter Sachverhalte, welche eingangs bereits erwähnt wurden. Zum Abschmecken werden dann noch ein paar Kalauer in die Suppe gerührt. Wenn im Wochen-Porträt zum Beispiel ein PR-Schuldirektor vorgestellt wird, der [...]
In der aktuellen «Zeit» wird Gus Van Sants neuer Film «Paranoid Park» besprochen. Ein Auszug:
Auch wenn Alex noch die passenden Begrifflichkeiten fehlen, ahnt er bereits, dass seine Generation ihre Unschuld längst verloren hat (…) Hier nimmt sich der Film dann auch seine größten Freiheiten, wenn er minutenlang ins Kontemplieren gerät oder Leslie Shatz’ kunstvoll [...]
… ist der Genitiv:
Wir würden uns freuen, wenn unsere Datenbanken sowie Programme Ihren Vorstellungen des innovativen Bewerbens
potentieller Neukunden entsprechen und stehen Ihnen gerne jederzeit zur Beantwortung Ihrer Fragen zur Verfügung.
Und das ganz ohne «umfassende» oder gar «massgeschneiderte» Programme? Welch stille Bescheidenheit uns doch hier anweht, unseren Vorstellungen des gehobenen Werbemülls potentieller Spammer entsprechend …
Laut einer Pressemitteilung vom Januar steht die Spracherkennung für Mobiltelefone «vor dem Durchbruch». Hoffentlich steht sie immer noch dort. Denn die Ethikkommission des öffentlichen Verkehrs wird doch gewiss Rekurs einlegen. Oder möchte jemand von uns am frühen Morgen gestammelte Gebrauchsprosa anhören müssen?
«Schtärn Geh-Geh-Geh Schtärn, Ouh Keih, chönd mir ma-che, Komma, Käpslock El-Geh, Komma, Dimi. End [...]
Erinnert mich die Meldung über einen Kühlturmbrand in Bern nun mehr an das absurde Theater oder an die «Selbstregulierung» der Finanzmärkte?
In der Mittwochs-Ausgabe von «.ch» scheint das Korrektorat kurz geospelt zu haben. In einer Kurzmeldung lesen wir:
60 Mio für UBS-Manager
Zürich. Im Verwaltungsrat der UBS fällt die höchste Entschädigung mit 2,6 Mio. Fr. auf Präsident Marcel Ospel.
Auch das noch.
Der Titel der Pressemitteilung liess mich Böses ahnen: «Forget the Love and Flowergeneration - This is the Glove and Powergeneration - Let your Puppet take over» ist ein Indikator für einen hervorragend miesen Text. In der Tat ist dieser Text aber sehr gut – und zwar als Negativbeispiel, das noch manchen schlechten Werbetexter inspirieren wird. [...]
Die Pressemitteilung der Woche stammt aus der Bundesverwaltung: Nachdem das VBS nachgezählt hat, scheinen seit 1969 genau 4581 Dienstwaffen zu fehlen. Dass die Statistik ausgerechnet im Sommer der Liebe beginnt, ist sicher ein Zufall (Eifersuchtsdramen? Einschmelzaktionen?). Kein Zufall, weil repräsentativ schlecht ist dagegen der Titel dieser Meldung:
Verlust von Dienstwaffen: Der Chef der Armee fordert [...]
«Die Schokoladenmarke Cailler hat nach dem Verpackungsflop wieder den Weg zurück in die Herzen der Konsumenten gefunden», heisst es auf «persönlich». Damit sie rasch wieder hinausfindet, leistet sich Cailler abermals eine schlechte Werbekampagne. Das Motto heisst dieses Mal
Pur Chocolat. Pure Emotion.
Ich behaupte: Das ist kein Schreibfehler, sondern eine billingue Verzweiflungstat. Weil «Schokolade pur» zu bünzlig [...]