Author Archives

Auf Wiedersehen

In diesen Tagen wird das Wortreich drei Jahre alt. Und viel älter wird es nicht mehr werden, weil ich es im Museum der Monarchien magaziniere. Wie die geneigte Leserschaft bemerkt hat, sind die Beiträge in den letzten Monaten selten geworden. Ein Grund dafür ist die relative Abgegrastheit meiner Themen. Ein zweiter Grund ist der Beginn [...]

Strukturalistisch

Juchu, es kracht! Während sich die Banken täglich abwechseln, um die Karre Weltwirtschaft auch mal in die Wand fahren zu dürfen, hoffen die Kleinanleger auf das grosse Geld. Nicht weil es aufwärtsgeht, sondern weil es abwärtsgeht – eine richtige Hausfrauenbaisse. Die diesjährige Messe «Strukturierte Produkte» passt prima dazu und wirbt deshalb mit ihrem Heftchen «dp [...]

Zur Stadt Zürich

Vor der Uni, wo auch heute wieder der Tod des Autors verhandelt wurde, sah ich ein angekettetes Fahrrad der Marke «Author». Ob das eine Geschichte ist?

Nuschelschild

Nina von «Sehsucht» hat ein Nuschelschild entdeckt. Diesen Namen gibt sie ihm wegen seines «stream-of-consciousness-mässigen Nuschelns» über zufällig aufgezählte Esswaren («30 div. Salate, belegte Brötli»). Als Werbeträger finde ich Nuschelschilder allemal sympathischer als die aktuellen Gags der Werber. Die lustige Kaffeewerbung mit den Schreibfehler oder die noch lustigere Käsewerbung mit dem Dialäkt-Hochdeutsch-Gepansche können sich beim [...]

Eingreiftruppe

Krisenstäbe waren gestern. Falls die unsichtbare Hand des Marktes unsere Banken noch tiefer ins Elend stürzen sollte, gilts ernst:
Im eidgenössischen Parlament soll noch diese Woche eine Eingreiftruppe gebildet werden, die dem Bundesrat im Falle einer dramatischen Verschärfung der Finanzkrise zur Seite steht.
Das würde erklären, weshalb heute Nachmittag in Zürich auf einmal Schützenpanzer auftauchten. Drei (oder [...]

De arbeitest Zu Haus

Es gibt gute Werbung und schlechte Werbung, lustige Werbung und doofe Werbung, es gibt auch Hybriden. Dieses Internet-Inserat scheint die neue Sorte «Mies übersetzt, aber doch poetisch» zu vertreten:
Mehr als 300 Woche verdienen. Einfach so mit Hausschuhen an.
«De arbeitest» kommt mir niederländisch vor und ist entweder ein Übersetzungsfehler oder Teil eines neuen EU-Sprachförderprogramms. «Zu Haus» [...]

Busshaltestelle

Ein nobel lateinischer «Circus» kommt in mein Städtchen und kündet an, das Zelt werde bei der «Busshaltestelle» aufgeschlagen. Eine überfällige Neuschöpfung. Für Spirituelle kann die Busshaltestelle in Zukunft einen definierten Ort der Busse (und Einkehr) bezeichnen, zum Beispiel auf dem Jakobsweg. Autofahrer werden sie als charmantere Bezeichnung für Polizei-Grosskontrollen einsetzen, und Rotlichter missachtende Velofahrer als [...]

Latteisierung

In den Netzen der Wortwarte ist die Latteisierung hängengeblieben. Zu finden ist das Wort zum Beispiel in einem aktuellen Artikel der Süddeutschen Zeitung. Dort wird das vermutete Ende der Kaffeepause beklagt:
Wenn sich das ganze Team bei Starbucks, der San Francisco Coffee Company oder dem McCafé eindeckt, stirbt die Bürokaffeepause, das beste Zeitfenster für Intrigen, Mobbing [...]

Qualität fängt mit «Kuh» an

Letzte Woche las ich im «Tages-Anzeiger» nach Hinweis korrigiert am 22.9.08: «Newsnetz» unter dem Titel «Die Gratiszeitung als Übergangsphänomen» ein tapferes Fazit:
Schaffen es die Kaufzeitungen also, den Lesern mit qualitativ hoch stehenden Inhalten echten Mehrwert zu bieten, könnten die Gratiszeitungen noch vor ihnen das Zeitliche segnen.
Qualitativ hochstehend? Dann bietet sich beim «Tages-Anzeiger» ein Qualitätsmanagement für [...]

Die untote Sprache

Das Zitat der Woche ist eine Woche alt – aber immer noch gut. Der «Tages-Anzeiger» berichtete letzten Freitag über die nächste Maturitätsreform und befragte dazu Ralph Eichler, Rektor der ETH Zürich:
Woran fehlt es jenen [ETH-Studenten], die durch die erste Zwischenprüfung fallen?
Mein Befund ist überraschend: Diese Maturanden können sich sprachlich zu we­nig präzise ausdrücken. Das [...]