Latteisierung

In den Netzen der Wortwarte ist die Latteisierung hängengeblieben. Zu finden ist das Wort zum Beispiel in einem aktuellen Artikel der Süddeutschen Zeitung. Dort wird das vermutete Ende der Kaffeepause beklagt:

Wenn sich das ganze Team bei Starbucks, der San Francisco Coffee Company oder dem McCafé eindeckt, stirbt die Bürokaffeepause, das beste Zeitfenster für Intrigen, Mobbing und Verschwörungen, einen einsamen Tod. Wann sonst können Kollegen sich gegenseitig erzählen, was im “Radio Flurfunk” wieder Neues gespielt wird?

Die Latteisierung beschreibt damit zwei parallele Entwicklungen: Einerseits das Kaffeepausensterben, andererseits den vermeintlichen Gewinn von Coolness durch die Starbucks-Kartonbecher. Für Bürosoziologen ist sie gewiss ein taugliches Wort, für Sprachmenschen weniger. Zwei aufeinanderfolgende Vokale plus die Koppelung von italienischem Wort und lateinischer Endung - das ist unschön anzuschauen und noch übler auszusprechen. Ich habe ein paar Alternativen:

Kaffeemilchschwemme
Kinderkaffeeflut
Lattequatschkolonien

Übrigens warte ich gespannt, wann in der ersten Seifenoper die Frage “Gehen wir Kaffee trinken” ersetzt wird durch: “Hm, also ich hätte jetzt unglaubliche Lust auf einen “Pomegranate Peach Frappuccino Double Chocolate Chip, und du?”

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