Die untote Sprache

Das Zitat der Woche ist eine Woche alt – aber immer noch gut. Der «Tages-Anzeiger» berichtete letzten Freitag über die nächste Maturitätsreform und befragte dazu Ralph Eichler, Rektor der ETH Zürich:

Woran fehlt es jenen [ETH-Studenten], die durch die erste Zwischenprüfung fallen?
Mein Befund ist überraschend: Diese Maturanden können sich sprachlich zu we­nig präzise ausdrücken. Das ist entschei­dend, weil in den Naturwissenschaften – si­cher viel stärker als in der Literatur – jedes Wort eine genaue Bedeutung hat. Dieses Textverständnis lernt man im Gymnasium in der Mathematik und den alten Sprachen. Wer Latein oder Griechisch hatte, ist oft auch an der ETH gut. Deshalb muss die nächste Maturareform die Kompetenz ei­ner exakten Sprache stärker gewichten.

Das klingt plausibel. Zwischen «Aso, ich finde» und «Finden, 1. Person Singular Indikativ Präsens aktiv» liegen einige Nuancen. Und wer den doppelten Rittberger von abl. abs. und gen. sub. beherrscht, wird sich doch nicht von ein paar läppischen Higgs-Teilchen irritieren lassen.

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