Yuppiesierung

Der «Tages-Anzeiger» berichtet heute einmal mehr über den Zürcher Wohnungsmarkt und serviert uns ein Schlimmes Wort:

[Zweitwohnungen, teure Wohnungen für Geschäftsleute sowie die kaufkräftigen Zuzüger] verdrängen Familien aus den Trendquartieren im Zentrum Zürichs. Leisten können sich Wohnungen dort vor allem noch Singles und Doppelverdiener ohne Kinder – sogenannte Yuppies. Darum befürchtet [Mieterverbands-Präsident] Scherr eine «Yuppiesierung» Zürichs.

Ein englisches Wort als Basis, dazu die Allerwelts-Endung «-ieren» die «Yuppiesierung» ist sowohl optisch wie lautlich eine Zumutung. Doch vor allem ist sie inhaltlich falsch: Die zwei Gruppen «Singles» und «Dinks» lassen sich nicht einfach zur Gruppe «Yuppies» zusammenfassen. Es soll ja auch kinderlose Paare geben, die ihre Trendquartierwohnung mit den Löhnen einer Sozialarbeiterin und eines Ergotherapeuten finanzieren, ganz abgesehen von den mindestens drei Zürcher Singles, die weder Rolex noch Porsche besitzen. Aber das sind nur Details. Denn die «Yuppiesierung» der Stadt Zürich impliziert einen laufenden Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist. Mit anderen Worten: Dass die Stadt yuppisiert wird, weil sie noch nicht yuppisiert ist. Wie bitte?

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