nässeln

Der Regen wird in Romanen gern mit Klischees abgefertigt. Er trommelt an die Scheiben oder schlägt gegen sie, er prasselt sintflutartig nieder oder legt sich über schlafende Städte. Manchmal darf er auch unaufhörlich oder deprimierend sein. Überraschend ist er selten. Dies im Gegensatz zum Donner, der beispielsweise von Herrn Geiser ausgiebig gewürdigt wird.

Ja, der Regen in Romanen ist fade – ausser bei Ringelnatz, der in der «Wilden Miss vom Ohio» schreibt:

Der Herr «Ober» bemühte sich, meine schlechte Stimmung auf den nervösesten Punkt zu schrauben, durch allerhand Schikanen, die ich in vier Humoresken und eine Tragödie zu verwandeln gedenke. Dann allmählich schlief er am Zeitungsständer ein. Und nun war es still in der leeren Halle. Nur ein melancholischer Landregen nässelte an den Fensterscheiben.

Kann man einem sachte nässelnden Regen ernsthaft böse sein? Dazu noch einem melancholischen Landregen? Ich glaube es nicht. Und bevor jemand fragt, sei die Frage gleich geklärt:

Ein Landregen ist ein langandauernder Dauerregen, der das Land großflächig erfaßt! Stadtregen gibt es nicht! Das Gegenteil ist eher ein Schauer!

Landregen und Schauer – die einen nässeln, die anderen hässeln. Auf heitere Tage!

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