Eine textuelle Dysfunktion

Die «Werbewoche» ist für Sprachgourmets nur bedingt geeignet. Häufig serviert sie ihren Lesern ein innovatives Süppchen aus nachhaltigem PR-Jargon, casually eingestreuten Buzzwords und repetitiven Wiederholungen zuvor genannter Sachverhalte, welche eingangs bereits erwähnt wurden. Zum Abschmecken werden dann noch ein paar Kalauer in die Suppe gerührt. Wenn im Wochen-Porträt zum Beispiel ein PR-Schuldirektor vorgestellt wird, der auf die brandneue Unterrichtsform namens E-Learning setzen will , lautet der Titel:

Kopf der Woche: Der E-Rektor

Haha. Der ist gut. Der ist so gut, dass die schiefen Bilder niemandem mehr auffallen. So kann der E-Rektor ungestört «das Profil [der PR-Schule] stärken». Sein berufliches Leben verläuft «in einem fast perfekten Kreis», und wenn er nach Umwegen doch noch Schulleiter wird, «schliesst sich der Kreis wieder perfekt». Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Schon nur wegen der Innovationskraft dieser Schule:

Das SPRI will darum demnächst kommunizieren, dass die Möglichkeit zum E-Learning neu für alle Kurse von der Grundausbildung bis zum Diplomlehrgang angeboten wird. Damit ist das SPRI wieder einmal Trendsetter.

Zweifellos. Die Schweizer Universitäten wissen noch nicht einmal, wie man Ieh-Lärning schreibt.

(Dank für den Hinweis an Monica)

Comments 2

  1. Diego Bernardini wrote:

    Damit er nicht nur steif in der Gegend rumläuft, möchte man dem E-Rektor einen guten Chiropraktiker empfehlen.

    Posted 14 Jun 2008 at 16:24
  2. Michael Staub wrote:

    Der kann für ein entspanntes Management nie schaden …

    Posted 15 Jun 2008 at 18:52

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