Milliarden-Zocker

Die Bankenwelt ist nicht leicht zu beeindrucken. 50 Millionen Mark galten schon 1994 als Peanuts. Und heute? Zwar hat Jérôme Kerviel, der «kleine Händler» der Société Générale, den früheren Rekordhalter Nick Leeson deutlich geschlagen: Fünf Milliarden Euro Verlust sind nun mal mehr als eine runde Milliarde Euro Verlust.

Doch auch die Presse ist nicht leicht zu beeindrucken. Der vermeintliche Einzeltäter Kerviel kriegt nicht einmal einen eigenen Schimpfnamen. Für die Presse ist der «Milliarden-Zocker» bloss ein Wiedergänger des Mannes, der 1995 die Barings Bank versenkte. Sinnvoll? Nein, aber effizient. Sogar der Titel des Enthüllungsromans kann nun rezykliert werden: Die Milliarden- Zocker. Nick Leeson Jérôme Kerviel und die «Golden Boys».

Wie viele Milliarden Verlust muss man eigentlich anhäufen, um hors concours zu stehen?

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