Weinfindung

In der «Sonntagszeitung» vom letzten Wochenende schrieb ein Wirt in seinem Leserbrief:

Bei uns im Lenkerhof ist es Standard, dass auch an Vierer- oder Sechsertischen alle Gäste eine Weinkarte erhalten. Unsere Erfahrungen zeigen, dass dies sehr geschätzt wird. Die Weinfindung der Gäste wird viel angeregter und darum möglicherweise auch zufriedenstellender.

Wörter auf -ung sind häufig schlimm. Doch die Weinfindung gefällt mir, weil sie das Umständliche und Schwierige der Wein-Auswahl anklingen lässt. Wer einen Wein aussucht, hat Vorlieben und Abneigungen, muss sein Mandat verantwortungs- und kostenbewusst ausüben und folgt oft komplizierten Entscheidungsbäumen. Der Preis spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Laune der Tischgenossen, die Stimmung im Lokal und natürlich die verschiedenen Gerichte. Diesem komplizierten Verfahren trägt das komplizierte Wort Rechnung. Denn wer sich nach langem Ringen doch wieder für einen Burgunder unter 70 Franken entscheidet, hat seine Weinfindung redlich abgeschlossen.

Comments 4

  1. Chat Atkins wrote:

    Es sind eben immer mehr Süffels unterwegens …

    Posted 07 Jan 2008 at 21:13
  2. Michael Staub wrote:

    Unterwegs? Bitte nicht. Dafür gibts doch den designated driver und die Aktion Nez Rouge …

    Posted 07 Jan 2008 at 22:00
  3. Chat Atkins wrote:

    Nez Rouge ist nett, der Service lässt sich steigern zu Nez bleu ‘mit Kotztüte’ …

    Posted 08 Jan 2008 at 13:17
  4. Michael Staub wrote:

    Dann wirds aber schwierig, Freiwillige zu finden. Fürs Fahren, meine ich.

    Posted 08 Jan 2008 at 19:43

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