Ein Artikel des «Tages-Anzeigers» berichtet vom schlechten Zustand der Landiwiese und macht uns mit dem Rollrasen bekannt:
[Der Rollrasen wird] auf grossen Flächen im Rafzerfeld ausgesät und dann fast ein Jahr lang gepflegt. Zweimal in der Woche schneiden die Gärtner die Halme. Wenn die Wurzeln dicht und das Grün satt ist, wird der Rasen zwei Zentimeter [...]
Als der «Spiegel» letztes Jahr «dem Deutsch» retten wollte, bediente er sich wackliger Argumente und einer grauslichen Sprache. In der «Zeit» finden wir heute einen besseren Versuch: Jens Jessen wettert in seinem Manifest «Die verkaufte Sprache» nämlich nicht über Werbeslogans, sondern über die Grossmannssucht, die hinter dem Gebrauch dämlicher Denglisch-Wörtchen steckt:
[Der Importeur englischer Leerformeln] will [...]
Das öffentliche Verkehrsmittel als Wohnzimmer - das hatten wir schon. Doch das öffentliche Verkehrsmittel als Badezimmer-Exklave stellt uns vor ein neues Problem: Wie nennen wir jene Damen, die sich während der Fahrt die Nägel schneiden und feilen, die Wimpern tuschen, den Kajalstrich nachziehen, das Rouge etwas vertiefen oder dem in Zürich etwas problematischen Sich-die-Nase-Pudern wieder [...]
Im Wortreich laufen die Uhren etwas gemächlicher als im Turbobloggerkosmos. Deshalb kann ich erst jetzt, fast zwei Jahre nach der Gründung, den 200. Beitrag verbuchen. Dafür machts mir immer noch Spass - und der werten Leserschaft hoffentlich auch. Auf viele weitere Schöne Wörter!
Die wirklich schönen Schönen Wörter finde ich derzeit beim Lesen. Zum Beispiel hier:
Es verstummten auch die anderen, und jeder dachte auf seine Weise über die geheimnisvolle Kraft des Hämoglobins nach.
Als der Mond aufstieg und sein minzekühles Licht die Miniaturbüste des Shukowski-Denkmals beschien, war auf dem bronzenen Rücken deutlich ein mit Kreide geschriebener schweinischer Ausdruck zu [...]
Wer eine Schule erfolgreich abgeschlossen hat, ist ein Ehemaliger, ein Alumnus oder ein Absolvent. Dieser Tage erhielt ich nun von meiner früheren Schule ein E-Mail, mich stutzig machte:
Liebe ehemalige Absolventinnen und Absolventen
lautete die Anrede, und die verwirrende Formel wurde im Text mehrfach wiederholt. Grotesk! Denn was wäre ein ehemaliger Absolvent auf Deutsch? Ein ehemaliger Ehemaliger. [...]
In meiner Sommerlektüre stiess ich dieser Tage auf ein hübsches Wort:
Die Abteilung wurde von einer Avantgarde und einer Arrieregarde gesichert. Seitwärts, rechts und links von der Marschkolonne ritten Patrouillen, und die Offiziere suchten das bebuschte Gelände immer wieder mit Gläsern ab. Besonders der Schwanebach. Dem schien das Glas unter die Stirn gewachsen zu sein.
(Uwe Timm, [...]
Wenn Peter Röthlisberger, Präsident der Schweizer Geflügelproduzenten, zur erfreulichen Erholung des Poulet-Marktes Stellung nimmt, darf man seine Worte nicht auf die Eierwaage legen:
Wegen des Einbruchs der Nachfrage aufgrund der Vogelgrippe wurden die Geflügelbestände im letzten Jahr stark reduziert. Nun fehlten in der ganzen Schweiz Mastküken, sagte Röthlisberger. Die Produktion werde überall wieder möglichst rasch [...]
Peter Schneider beschäftigt sich in seiner heutigen «Leben»-Kolumne mit dem Sitzen im öffentlichen Verkehr an («Tages-Anzeiger», online nicht frei zugänglich). Sein Fazit: Die knappen Plätze in Tram und Bus fördern nicht bloss das Territorialdenken, sondern auch das Selbstbewusstsein der transportierten Personen. Es gebe, meint Schneider, einen «spontanen Widerstand» gegen die Absicht, «sich als SBB-Kunde von [...]
«There is no such thing as a free lunch», murmeln die Ökonomen bei jeder Gelegenheit. Und beim Kochen stimmt das ja auch: Sogar ein «Menü» aus der Küche von «Anna’s Best» verlangt gewisse Handgriffe. Aber weil das Kochen nach alter Mütter Sitte doch noch etwas mehr Mühe macht, floriert der Convenience Food, und Zuckererbsen finden [...]