Monthly Archives Mai 2007

Niesfrequenz

Allergiker haben ein Problem: Sie niesen zu oft und strapazieren damit die Geduld ihrer Mitmenschen. Das tönt ungefähr so: «Hatschi.» – «Gesundheit.» – «Hatschi.» – «Gesundheit!» – «Da … Hatschi. Hatschi.» – «Ge …» – «Hatschi. Hatschi. Hatschi.» – «RUHE!» – «Hatschi.» Vielleicht naht Rettung: Die «NZZ» berichtet heute über die zahlreichen positiven Wirkungen von [...]

Same same, but different

Die Homophone haben es in sich: Sie klingen gleich wie ihre Wortschwestern, bedeuten aber etwas gänzlich anderes. Eines gutes, weil amüsantes Beispiel für dieses Problem habe ich nun via wer-weiss-was gefunden: Den «Candidate for a Pullet Surprise» von Jerrold H. Zar. I have a spelling checker, It came with my PC. It plane lee marks [...]

Biergrenze

Am Donnerstag findet im Hardturm-Stadion ein Hochrisikospiel statt – der FC Zürich spielt gegen die Grasshoppers. Damit sich die Hooligans ihre Köpfe etwas weniger tief einschlagen, wird es im nächsten Stadion-Umkreis ein Bierausschankverbot geben. Genauer gesagt: Ein Verbot, Getränke mit mehr als 3 Volumenprozenten Alkohol auszuschenken. Darüber berichtet der «Tages-Anzeiger» im heutigen City-Bund in einem [...]

Verben à la carte

Wer die blutleeren Standardverben der Nachrichtenagenturen, Politiker und PR-Texter nicht mehr lesen mag, sollte sich unbedingt bei verben.org erholen. In diesem wunderbaren Reservat dürfen die verbisch Unterdotierten wieder einmal richtig köcheln, aufmucken, verhunzen, kugeln, zapfen, botanisieren, fummeln, spachteln, lamentieren, bezirzen, seihen, jubilieren, feudeln und trällern.  

Begrifflichkeit

Neulich, im Zug, eine Diskussion zwischen A und B: A: Das ist doch nicht Kultur. B: Doch, doch. A: Was bitte hat das mit Kultur zu tun? B: Das ist eine Frage der Begrifflichkeit … Früher reichte es noch, vom Kulturbegriff zu sprechen (vgl. dazu unbedingt Franz Hohlers Geschichte) – aber was solls. Wer etwas [...]

Ehrenmann

Schön, wenn einem beim Durchblättern der Zeitung ein authentisches Degen-und-Mantel-Wort entgegenhüpft: Der Vulgäre ist zugleich unanständig, unhöflich und taktlos. Ein Ehrenmann will sich selbst in die Augen sehen können, der Höfliche erspart anderen die eigenen Regungen. («NZZ» vom 28. April) Die Ehrenmänner sind bekanntlich ausgestorben. Heute reicht es, die volle Verantwortung zu übernehmen.

deanonymisieren

Die 1. Mai-Krawalle in Zürich bringen viel Sachschaden und ein kurioses Verb: Die Zürcher Polizeidirektorin Esther Maurer zeigte sich befriedigt über die hohe Zahl der Verhaftungen. Es gehe darum, gewaltbereite Menschen zu deanonymisieren, sagte sie. (Quelle: Tages-Anzeiger») Wie so viele Verben wäre deanonymisieren gleichzeitig als Schönes und als Schlimmes Wort zu klassieren. Neben der orwellschen [...]

Chinglish: Gesichtspuder-Restaurant und Besucherimport

Im «Tages-Anzeiger» vom letzten Freitag findet sich ein amüsanter Bericht über Chinglish (Artikel online nicht zugänglich). Das Chinglish (Chinese English) entsteht beim sinnfreien Übersetzen chinesischer Ausdrücke ins Englische. So wird aus dem «entrance» (Eingang) in den Tempel ein «import» (Einfuhr). Oder das Nudelrestaurant rühmt sich als «face powder restaurant», weil die beiden Schriftzeichen, die zusammen [...]

feilhalten

Mit einem feinen Gespür für Nuancen berichtet die SDA von der Zürcher 1. Mai-Kundgebung: Musik ist aus den mitgeführten Lautsprechern zu vernehmen. Rote Fahnen wehen (…). Am Rande des Zuges halten zahlreiche Aktive 1.-Mai-Abzeichen, Traktanden und Broschüren feil oder verteilen den Zuschauenden Flugblätter. Ein 1. Mai-Abzeichen zu verkaufen ist vermutlich ebenso ein Fauxpas wie das [...]