Die Konsumschlacht zu Weihnachten scheint dieses Jahr besonders kriegerisch zu werden. Im «Tages-Anzeiger» lese ich soeben über die ersten Kollateralschäden: Zehntausende haben sich am zweiten Sonntagsverkauf in der Innenstadt ins Getümmel gestürzt. Geschäftsinhaber vermelden nach dem Grosskampftag sehr gute Umsätze. (…) Allerdings: Flaniert werde heute nicht mehr (…). Im Gegenteil, der Einkauf sei generalstabsmässig geplant: [...]
Der «Tages-Anzeiger» berichtete diese Woche über eine neue Digitalkamera, die neben der aktuellen Anzahl Megapixel eine zweite wichtige Eigenschaft besitzt: Die Kamera fotografiert auf Wunsch nur jene Personen, die von der Lächelerkennung (Gesichtserkennungstechnologie) als lustige Gesellen erkannt werden. Wer als Partyfotograf unterwegs ist und für sein Portal möglichst viele lustige Gesellen ablichten möchte, wird sich [...]
Wer sich bereits beim langgezogenen «Schahaaaatz?» anderer Leute windet, sollte sich nicht mit dem Messebau beschäftigen. Denn die «Unternehmensphilosophie» einer Spezialfirma heisst «Presentation with Passion». Und folglich lautet der knisternde – nur zur Information, wir sprechen hier von Halogenspots und abriebfesten Bodenbelägen– so lautet der knisternde Claim also «Uns ist jedes Mittel recht, um Sie [...]
Willkommen im Wortreich. Für Sprachpflege drücken Sie die Eins, für Sprachkritik die Zwei, für Fundstücke die Drei. Möchten Sie einen Kommentar schreiben, wählen Sie die Vier, für alle anderen Anfragen die Fünf. Sie können Ihre Anfrage durch Drücken der Rautetaste jederzeit ändern. Fiiiep! In solchen Fällen soll es helfen, laut zu singen. Wie ein Artikel [...]
Eben beim «Tages-Anzeiger» gelesen: Die Hoffnungen, die USA würden sich an der Uno-Klimakonferenz in Bali auf die Reduzierung ihres Schadstoffausstosses festlegen, zerschlagen sich im Wind. Früher wurden bloss Warnungen oder Ratschläge in den Wind geschlagen. Die Hoffnungen zerschlugen sich ohne nähere Ortsangabe. Was aber bringen uns sich im Wind zerschlagende Hoffnungen? Mehr Sauberkeit, weil die [...]
Dickschiffkomposita sind selten schön. Aber manchmal bieten sie einfach mehr Präzision als kurze Wörter. Zum Beispiel das Wort «Selbstunterhaltungsmassnahme», das letzte Woche in einem Konzertbericht erschien: Das dicht zusammengedrängte Publikum ist offensichtlich ins Volkshaus gepilgert, um den Klassiker «Moon Safari» live zu hören: das merkt man daran, dass spätere Stücke nur eine verhaltene Resonanz finden [...]
Ich liebäugle gerade mit einer Weiterentwicklung des Dummheitsfilters. Liesse sich dieser auf Wortarten konfigurieren, könnte er nämlich überladene PR-Texte in fast lesbares Deutsch verwandeln. Zum Beispiel diesen repräsentativ doofen Satz aus einer Pressemeldung über ein Telefon: Mit dem annabelle-Paket erhalten die Frauen das stilvolle SonyEricsson S500 Bronze Slidermodell mit speziellen anabelle-Inhalten, einem trendigen Bluetooth-Kopfhörer, einem [...]
Ein Artikel bei Telepolis berichtet über einen textbasierten Dummheitsfilter: The solution we’re creating is simple: an open-source filter software that can detect rampant stupidity in written English. This will be accomplished with weighted Bayesian or similar analysis and some rules-based processing, similar to spam detection engines. Ein heroisches und vermutlich erfolgloses Projekt. Aber vielleicht lässt [...]
«Plaudern und plappern kann leider jeder», heisst es im Lead eines aktuellen «Magazin»-Artikels. In seiner «Anleitung zum Tischgespräch» (laut Inhaltsverzeichnis) liefert Daniel Binswanger dann seitenweise Betrachtungen, die den Leser eher ungesprächig zurücklassen: Unbestreitbar ist die Kommunikation mit Worten – vom Bettgeflüster über das Tischgespräch bis zur Parlamentsdebatte – die Matrix allen menschlichen Verkehrs. (…) [Alle] [...]
Die individuell massgeschneiderte Sprachkonfektion habe ich hier schon kritisiert. Diese Woche verblüffte mich nun eine neue Unterart des eifrigen Scherenschwingens. Ein Fitnesscenter empfiehlt uns nämlich, von einem «auf Sie massgeschneidertes Angebot» zu profitieren. Um die letzten Zweifel auszuräumen, hat der Grafiker beim Pokern alles auf den Tisch geworfen. «Beste Qualität zu den besten Preisen». Jaja. [...]