In einer Flut von Kommentaren zur Kolumnenpandemie in der Schweizer Presse fand ich ein Schönes Wort:
Und Max Küng, den ich für sein Buch “Einfälle kennen keine Tageszeit” sehr gelobt habe, ist zum schlimmsten Kolumnenbeamten abgesackt (…).
Vor zehn oder zwanzig Jahren, als die Kolumne noch als Meisterstück des Journalismus galt, wäre der Kolumnenbeamte ein Oxymoron gewesen. Heute ist er eine treffende Bezeichnung für die Gähnkolumnisten, deren «redaktionelle Gefässe» seit Jahren künstlich beatmet werden. Leider!
Comments 8
Wie wahr. Glücklicherweise gibt es diverse Blogs, die als Ersatz dienen können.
Posted 22 Nov 2007 at 22:41 ¶Stimmt. Bloss vertragen sich die nicht so gut mit Kaffee und Krümeln wie das Gedruckte.
Posted 23 Nov 2007 at 8:02 ¶max bringts noch immer! obwohl die michèle ihm langsam den rang abläuft.
Posted 23 Nov 2007 at 11:56 ¶Findest du? Mich bringen beide nur noch zum Gähnen.
Posted 23 Nov 2007 at 20:25 ¶Roten und Küng sind ausserhalb ihrer Kolumnen ja deutlich besser. Liegt es am Format, dass viele über der Tastatur einschlafen (Knecht, Reichlin, Cavelty u.a.)?
Ist Suter der einzige in der Schweiz, dem das erspart geblieben ist (wobei, hat er es sich nicht selbst erspart; er hat ja von sich aus aufgehört, wie ich mich erinnere)?
Posted 24 Nov 2007 at 0:36 ¶Suter hat von sich aus aufgehört (heisst es).
Posted 24 Nov 2007 at 11:57 ¶Zu deiner Theorie: Ich denke, dass es nicht am Format liegt, sondern an der fehlenden Amtszeitbeschränkung. Wer heute eine Kolumne kriegt, behält sie praktisch auf Lebenszeiten, auch wenn der Stoff längst erschöpft ist. Dann wird mangels Stoff halt der eigene Narzissmus zum Thema gemacht, und siehe da, die Kolumne lässt sich auf Jahre hinaus füllen …
Weiss nicht, ob ich das unterschreiben kann. Suters Zeit war ja eben nicht beschränkt, genausowenig wie sein Horizont. Geri Weibel und Business Class hatten ja eine beeindruckende Stringenz. Ein Ulf Poschard kann von mir aus bis an sein Lebensende über Autos schreiben, ich finde das a class of it’s own. Und sogar MvH, der seinen Narzissmus ja sehr auslebt, langweilt mich selten. Ich glaube jetzt doch fest daran, dass es an den Autoren – und nur an den Autoren – liegt, was sie aus einer Kolumne machen. (Stinkt mir zwar, das zugeben zu müssen, aber sogar Mörgeli schreibt packend intelligent).
Posted 25 Nov 2007 at 15:04 ¶Das ist ja die ewige Kolumnenfrage: Sind die «grossen Namen» automatisch gut, schreiben sie also hors concours? Oder müssen auch sie sich immer wieder von neuem beweisen? Je nach Standpunkt geniessen die Kolumnisten (oder Kolumnenbeamten) dann diplomatische Immunität oder müssen sich auch Kritik gefallen lassen.
Posted 25 Nov 2007 at 18:02 ¶Trackbacks & Pingbacks 1
[...] Umstellungen auch im Magazin. Der preisgekrönte Reporter Erwin Koch ist nicht mehr auf Basis eines hohen Fixums angestellt, sondern als freier Mitarbeiter. Kolumnist Max Küng musste diese Woche über sich lesen, er sei “zum schlimmsten Kolumnenbeamten abgesackt“, nachdem er letzte Woche schon letzte Woche lesen musste, er würde immer dicker und sei in einer Midlife Crisis. [...]
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