Im «Tages-Anzeiger» vom 16. November berichtet Annette Müller über den oft fehlenden Enthusiasmus bei Restrukturierungen (Artikel online nicht zugänglich):
Die Managementliteratur hat schon viel Papier produziert über Veränderungsprozesse in Unternehmen, den so genannten Change.
«So genannt» trifft den Nagel auf den Kopf. Wenn sich die Mitarbeiter mit dem Geschwafel über «Veränderungsmanagement» und «strukturelle Evolution» nicht mehr beeindrucken lassen, wird von oben halt der «Change» gefordert. Damit meinen die Manager keine Wechselstube, sondern eine Veränderung im Organigramm oder in der Anzahl Mitarbeiter pro Kubikmeter Büroluft. Nun gut:
Eine Studie der Johannes-Gutenberg- Universität Mainz hat nun bei 210 Büroangestellten den so genanntem Changezynismus näher untersucht – bisher gab es noch kaum Forschung dazu.
Zum Glück nicht - bisher sind wir ganz gut ohne die Forschungsergebnisse ausgekommen. Und auch ohne dieses Schlimme Wort. Denn der «so genannte Changezynismus» schafft nicht etwa mehr Klarheit. Er ist im Gegenteil einer jener hässlichen Englishbastarde, die unserer Mothersprache die Breathingfunktion schwer machen. Ist der «Change» etwa so speziell, dass nur ein individuell massgeschneiderter Zynismus mit ihm fertig wird? Kaum. Ist aber Zynismus als Reaktion auf das «Change»-Geschwafel derart verwerflich, dass ein eigenes Nomen her muss? Schwerlich - sonst gäbe es auch Glaubenszynismus, Liebeszynismus, Hoffnungszynismus. Also gut, letzter Versuch: Bereichert der «so genannte Changezynismus» wenigstens die Sprache, indem er uns die schwierige Arbeit des Change Managements näher bringt?
Ich soll keine changezynischen Fragen stellen.
Ich soll keine changezynischen Fragen stellen.
Ich soll keine changezynischen Fragen stellen.
Comments 2
Es ist in der Tat bitter, ja beinahe unverschämt, dass die Büroangestellten den “challenge” der alleweil humanen und keineswegs zynischen “Strukturanpassungen” inkl. “Personalabbau” nur noch mit Bitterkeit zu bewältigen vermögen. Da soll noch einer von kaltherzigen und geldgierigen Managern sprechen. Mit solch einem Fussvolk würde ich mir auch 16 Prozent mehr Lohn sprechen.
Posted 20 Nov 2007 at 8:53 ¶Ich höre aus deinen Worten eine gewisse exekutive Bitterkeit heraus. Melde dich unbedingt für eine Burnout-Prophylaxe an! Nur so können die körpereigenen Ressourcen nachhaltig und ganzheitlich usw.
Posted 20 Nov 2007 at 11:22 ¶Post a Comment