Das Fundstück ist nicht mehr taufrisch, aber immer noch wertvoll. «Wo ist Böll?» fragt Christiane Grefe in einer längst rezyklierten Ausgabe der «Zeit». Und meint:
Ein unruhiger Schreiber, der von Nikotin, vom Alkohol, selbst vom Aufputschmittel Pervitin nicht lassen kann. Inmitten des Wiederaufbaus, des Wirtschaftswunders, der Nierentischgemütlichkeit sind seine Kriegstexte Störfälle.
Und wie liesse sich die Gemütlichkeit der anderen Jahrzehnte bezeichnen? Für die 70er taugt vielleicht eine «Flokatigemütlichkeit», für die 80er eine «Pershinggemütlichkeit». Die 90er fallen weg (Grunge und Rezession), und im neuen Jahrtausend wurde die Gemütlichkeit durch das Chillen ersetzt. Nur die Störfälle sind geblieben. Und Böll?
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