Manchmal schielen wir Deutschsprachigen neidisch nach Amerika. Dort lässt sich praktisch jedes Substantiv in ein Verb verwandeln. Quengelt der Sohn auf dem Spielplatz pausenlos nach der Mama, weist ihn diese zurecht: «Don’t mom me». Führt sich der Arbeitskollege auf wie der Chef, kriegt er zu hören: «Don’t boss me around».
Ganz so kreativ dürfen wir noch nicht sein. Aber dank des «Magazins» kennen wir jetzt immerhin ein neues Verb. «Ein Tag im Leben» von Beat Abderhalden, Ex-Schwinger:
Ich gehe (…) kaum mehr an die Schwingfeste. Noch zwei-, dreimal im Jahr. Am Kantonalen und am Nordostschweizerischen [Schwingfest] habe ich gekampfrichtert. Und natürlich war ich auf der Schwägalp (…).
Mit allen Substantiven wird diese Verb-Bildung nicht funktionieren. Mindestens aber für den «Verwaltungsrat». Seit der Swissair-Pleite kennen wir nämlich das Partizip von «verwaltungsraten»: Verwaltungsgeraten.
Comments 5
Aber bei “Ein Tag im Leben von” wird ja oft einfach aufgeschrieben, was gesagt wird. Ich glaube sofort, dass Beat Abderhalden “gekampfrichtert” gesagt hat. Und das les ich ganz gerne so im Text. Ich find’s ok hier.
Posted 26 Aug 2007 at 15:53 ¶Ich finds auch OK, weil authentisch, und mache mich nicht über den Urheber lustig. Kommt das anders rüber?
Posted 26 Aug 2007 at 17:00 ¶Eigentlich nicht. Aber wie findest du “Prositutierte”?
http://www.sonntagszeitung.ch/dyn/news/multimedia/784257.html
Posted 26 Aug 2007 at 17:16 ¶Das sieht nach einem kommunen Tippfehler aus – aber “Prosituierte” als Abkürzung der “professionell Situierten” gäbe was für Herrn enzyglobe her.
Posted 27 Aug 2007 at 9:33 ¶Ich meine, ich hab auch schon geschiedsrichtert, gedownloadet oder geuploadet. Das ist schon schlimm genug. Man fragt sich, ob jemand auch schon geverkehrsregelt hat. Jedenfalls sollte man dafür gemassregelt werden. ;)
Posted 28 Aug 2007 at 11:31 ¶Post a Comment