Mobilschminkerin

Das öffentliche Verkehrsmittel als Wohnzimmer - das hatten wir schon. Doch das öffentliche Verkehrsmittel als Badezimmer-Exklave stellt uns vor ein neues Problem: Wie nennen wir jene Damen, die sich während der Fahrt die Nägel schneiden und feilen, die Wimpern tuschen, den Kajalstrich nachziehen, das Rouge etwas vertiefen oder dem in Zürich etwas problematischen Sich-die-Nase-Pudern wieder seine Unschuld zurückgeben?

Ich bin für «Mobilschminkerinnen». Das ist nicht sonderlich revolutionär, lässt sich aber gut flektieren und zum Verb umbiegen. Und behebt vor allem die Sprachlosigkeit, die einen beim Anblick so unverkrampft betriebener Verschönerungsarbeiten befallen mag.

Comments 4

  1. Chat Atkins wrote:

    Wie wär’s mit Lenkrad-Luder? Oder Crash Tits? Pinseläffchen? Das Verb - nach dem unverzichtbaren ‘Gloss’ des Lippenstifts - dann ‘glossieren’ …

    Posted 25 Jul 2007 at 20:35
  2. Michael Staub wrote:

    Glossieren finde ich nett. Aber das Luder tönt in Schweizer Ohren zu arg, und Lenkrad gibts im Tram auch keines … ;-)

    Posted 27 Jul 2007 at 9:52
  3. Chat Atkins wrote:

    Ich soll einen Text nicht nur überfliegen,
    ich soll einen Text nicht nur überfliegen,
    ich soll einen Text nicht nur überfliegen:
    Wegen zu schneller Lektüre hatte ich jene Frauen vor Augen, die sich mitten im INDIVIDUALverkehr das Näschen pudern. Gibt’s nämlich auch …

    Posted 27 Jul 2007 at 13:00
  4. Michael Staub wrote:

    Zu schnelle Lektüre, soso, womöglich noch während der Teilnahme am Individualverkehr? Das wird ein spassiges Radarbild geben … ;-)

    Posted 27 Jul 2007 at 13:55

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