Die Paparazzi hatten es auch schon leichter. Die vermeintlich Prominenten, die vor ihren Teleobjektiven flanieren, benutzen sie wahlweise als Gratis-Pressestelle oder Boxsack. Noch viel schlimmer ist aber der Statusverlust durch Hinzens und Kunzens Knipserei. Bundesrat Leuenberger in der Badehose, Prince mit Gartenhandschuhen, Doris Fiala mit guter Laune: Nicht der Paparazzo hat das Bild geschossen, sondern der «Leser als Reporter».
Wer sich für die fotografische Seite dieser Verschiebung interessiert, findet beim Bildredakteur einen interessanten Bericht zur Ausstellung «Tous photographes!» im Musée Elysée in Lausanne. Und wer nach einem hübschen Neologismus für den neuen Hobby-Paparazzo sucht, wird beim Bürger-Herold fündig: «Paparazzini» tönt für deutsche wie italienische Ohren plausibel und scheint gemäss Google noch nicht mit anderen Bedeutungen belegt zu sein. Well roared, Mr. Herold!
Comments 2
“Pappaknipzi” wäre auch nicht schlecht …
Posted 24 Feb 2007 at 13:21 ¶Ja, aber wohl nicht ganz so stimmig wie der italienische Diminuitiv. Spaghetti/Spaghettini, Linguine/Linguini etc.
Posted 24 Feb 2007 at 17:39 ¶Trackbacks & Pingbacks 1
[...] Klicker Der (autokratische) Monarch des Wortreichs hat lobende Worte für ein Wort des (demokratischen) Bürger-Herolds gefunden. Letzterer hat sich nämlich Gedanken darüber gemacht, wie man all die Hobby- und Handy-Fotografen nennen soll, die den altgedienten Paparazzi das Leben und das Geldverdienen so schwer machen, weil eben immer, wenn irgendeinem Semi-Star etwas passiert, einer dieser Typen mit dem Handy draufhält und das Ergebnis für halbteuer Geld an Bild, RTL oder eine Fotoagentur verkauft. Die Lösung des Bürger-Herolds: Man nenne diese Leute Paparazzini. [...]
Post a Comment