Unter dem urschweizerischen Namen «Stop Piracy» wurde heute eine Kampagne gegen «Produktepiraterie» lanciert. Nun ist die sprachliche Unbeholfenheit der Industrieverbände dem Monarchen schon lange bekannt. Der Slogan der neuen Kampagne aber strapaziert seine Geduld:
Raubkopien und Fälschungen sind ein schlechter Sport: Keine Spielregeln, viele Fouls und nur Verlierer
Behandeln wir dieses semantische Foul mit einer Fünfpunkte-Massage: Erstens wird die Wirtschaft nur von neurotisch Naiven mit dem Sport verglichen. Zweitens werden die Spielregeln von eben jenen Firmen, die sich jetzt über entgangene Umsätze beklagen, am liebsten ganz ausgehebelt. Drittens kann von Fouls nur die Rede sein, wenn beide Mannschaften den selben Kodex einhalten - hier sind weder Mannschaften noch Kodizes vorhanden. Viertens gibt es keinesfalls nur Verlierer. Der kindliche, aber echte Spassgewinn, den uns eine Rolex für 20 Dollar beschert, wird wohl bald von Alain de Botton untersucht werden. Fünftens stehen uns die ausgelatschten Sportmetaphern bis zum Hals (Es ist zum Sportophob-Werden). Und die wörtliche Euro (TM) 2008 (TM) hat noch gar nicht begonnen.
«Gnade!», winselt die kielgeholte Sprache. Und der Monarch fragt sich, wann der Verein Deutsche Sprache wohl mit dem Versand von Abmahnungen beginnen könnte.
Comments 2
Keine Spielregeln, viele Fouls und nur Verlierer - für mich klingt das nach einer Massenschlägerei.
Posted 19 Jan 2007 at 10:53 ¶Psst! Sport tönt besser ;-)
Posted 19 Jan 2007 at 12:12 ¶Post a Comment