Lesen bildet. Bis heute kannte der Monarch lediglich Boden-, Pizza- oder Zahnbeläge. Durch die Lektüre eines «Tages-Anzeiger»-Artikels (online nicht frei zugänglich) über eine Autobahnsanierung im Aargau wurde er mit dem Konzept des Flüsterbelags vertraut gemacht: Bei der Sanierung der A 1 zwischen Suhr und Safenwil haben die Aargauer 1999 einen extrem porösen «Flüsterasphalt» eingebaut. Er [...]
In Folge I unserer Schimpf-Serie beklagte Roland Ris die das undifferenzierte Fluchen. Ausnahmsweise ist dagegen ein Kraut gewachsen. Beziehungsweise eine Maschine konstruiert worden. Denn mit der Schimpfmaschine von Marc Covo und Beat Gloor (s. auch hier) lässt sich trefflich fluchen. Der Monarch empfiehlt den Besuch unbedingt. Schon nur, damit Sie den nächsten Armleuchter etwas raffinierter [...]
«Zürich ist gebaut», lautet das berühmte Zitat von Ursula Koch, der erfolglosen früheren Stadtbaumeisterin. «Zürich wird gebaut» scheint das Motto der aktuellen Stadtregierung zu sein. Hochhäuser will sie sehen, auch hässliche oder an den Instanzen vorbeigemogelte. Bei so grossem Höhendrang verlieren die Baumeister im Stadtrat zuweilen auch den sprachlichen Boden unter den Füssen. Dies besonders, [...]
Es gibt nichts Konstantes im Leben. Ausser die Veränderung und das beständige Fluchen darüber. Doch das Schimpfen ist auch nicht mehr, was es einmal war. Himmeldonner! Unsere Hinweise für die Freunde der Invektivlinguistik beginnen wir mit einem Link zum NEON-Interview mit Roland Ris. Der eremitierte ETH-Professor arbeitet seit Jahren an einer Untersuchung über schlimme Schlimme [...]
Die Herbstmüdigkeit macht sich bemerkbar. Nicht genug damit, dass die Pendler fast nicht aus dem Bett kommen. Nein, auch die Züge weigern sich, ihren Pflichten zu genügen. So meldet der «Tages-Anzeiger» heute: Wegen eines im Bahnhof Stettbach liegen gebliebenen Doppelstockzugs der S 9 ist es im S-Bahn Verkehr gestern Donnerstag ab 7.40 Uhr zu teilweise [...]
Die Unwörter sind selbst schon zum Unwort geworden. Zuträglicher sind die Wörter des Monats, lanciert von der «Aktion lebendiges Deutsch». Mit überzeugenden Beispielen erklärt die Trägerstiftung auch noch gleich, was unter einer erfolgreichen oder misslungenen Fremdwort-Importen zu verstehen ist. Für Schweizer Ohren dürfte das Perron trotzdem hübscher tönen als der Bahnsteig.
Das Stück wird jeden Tag tausendfach gegeben. Und Sie kennen es leider auch: «Hallllooooooo? Hooo-ooooooi. Im Momänt grad im Zug, aber … ». Das aber ist verheerend. In der Folge wird nämlich drauflosgequasselt, bis entweder der Akku leer oder einer der seltenen abgeschirmten Tunnel erreicht ist. Der ruhebedürftige Zugfahrer wird zum Ohrenzeugen von Aktienverkäufen, Rosenkriegen [...]
Der Monarch hat es geschafft, das Wortreich fast fussballfrei zu halten. Die Lektüre des «Tages-Anzeigers» vom 1. September zwingt ihn, eine Ausnahme zu machen. Und zwar geht es um das Buchhaltungsprinzip der EM 2008: Gewinne privatisieren, Kosten verstaatlichen, alles wie gehabt. Etwas präziser: Für die Fussball-Europameisterschaft 2008 werden die Bruttoeinnahmen der Uefa auf 1,5 Milliarden [...]
Wenn es um das sozial kompatible Zusammenleben geht, ist viel von Kultur die Rede. So wird zum Beispiel eine Kultur des Dialogs verlangt, eine Kultur der Offenheit oder gerne auch eine Kultur des Wandels. Wer nach solchen Aufforderungen stumm bleibt, sich verschlossen oder starrsinnig gibt, kann natürlich keine Kultur haben. Er gilt dann in bester [...]