Monthly Archives Juni 2006

Cablecom sucht neue Werbeagentur

Manche Werbeaufträge werden erst nach einem langwierigen Kampf zwischen konkurrierenden Agenturen vergeben. Das nennt sich Pitch. Andere Werbeaufträge schreien den Werbekonsumenten entgegen: Unser Auftraggeber braucht dringend eine neue Agentur! Das nennt sich Direct Marketing oder Cablecom-Werbebrief. Denn mit einem solchen Werbebrief, der auf «Juni 2006» datiert ist und mich heute erreicht hat, macht mich die [...]

Kinder-Designerkleider

Ein Wort, das es eigentlich nicht geben dürfte. Oder nur als Argument pro Schuluniform. Aber schliesslich sind wir hier in Zürich. Und ja, das Geschäft liegt nur einen Steinwurf von Jelmoli entfernt.

Salon pour âmes

Philosophie ist heutzutage nicht mehr in. Sie gehört zum Bildungsballast (auch so ein Schlimmes Wort), dessen Nettorendite die Economiesuisse erbleichen lässt. So werden denn die meisten nach einer kurzen Einführung ins Höhlengleichnis an ihre Arbeitsplätze im Shop-Ville entlassen. Wie beruhigend ist es da zu wissen, dass sich ein Geschäft im Seefeld der Seelenpflege verschrieben hat. [...]

7 Regeln für besseres Deutsch

Unter dem mutigen Titel «Neue Stelle mit Maus und Verstand» werden wir in der «heute»-Ausgabe vom 13. Juni über elektronische Stellenbewerbungen informiert. Der Artikel, auf den hier nicht näher eingegangen werden soll, beginnt mit einem kurzen und bündigen Für konventionelle Bewerbungen per Brief gibt es Regeln. Diese werden einem schon in der Schule gelehrt. Sehr [...]

Ich bin auch ein Blattkritiker

Sprachkritik ist auch Medienkritik. Deshalb werden im Wortreich nicht nur Schlimme Wörter aufgespiesst oder Fundstücke zerlegt, sondern ab und an auch die Sprachverbreiter selbst unter die monarchistische Lupe genommen. (Beispiele: «NZZ», «heute» «Tages-Anzeiger». Nach einer freundlichen Anfrage von Stefan Schaer habe ich nun meinen Einstand bei blattkritik.ch gegegeben und die aktuellen Verschwörungstheorien zu den «20 [...]

oberangesagt

Früher taten es bloss die Zeitschriften für Mode, Ausgehen und Style. Heute tut es sogar die «NZZ am Sonntag»: Sie beschäftigt Korrektoren, welche das Schlimme Wort angesagt wegen eines Sekundenschlafs nicht erkennen und ungelöscht in die Druckstrasse gelangen lassen. «Wenn die von der Falkenstrasse so und so, dann wollen wir erst recht!» hiess es darauf [...]

Lebensunterhaltungskosten

Wie viel geben Sie jedes Jahr für Ihre Wohnungsmiete aus? Für Ihre Krankenkasse? Für schlechten Kaffee? Wahrscheinlich zu viel. Die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten erreichen Höhen, die eher für Pleitegeier als Menschen geschaffen sind. Trotzdem geht es uns gut, solang am Morge gäng e nöiie Tag afaht solang no Chole chöme we me ds Chärtli inelaht wie [...]

Jäger des verlorenen Konsonanten

Können Konsonanten Spass machen? Für Deutschsprachige eine rhethorische Frage. Unser Mitlaut-Sprachwitz überwindet nur selten das Kalauertal («Was macht die Knackwurst so schmackhaft» – «Das “n”!»). Ganz anders in England. Dort wird das Spiel mit fehlenden Konsonanten zur Perfektion getrieben. Die «Lost Consonants»-Montagen von Graham Rawle sorgen für Verwirrung und Erheiterung. Ein Amuse-bouche: Wer das nicht [...]

Einkaufsliste

Entgegen der düsteren Prognosen der Unteroffiziers- und Veteranenvereine ist die Schweizer Armee noch nicht tot. Im Gegenteil: Sie soll mit einem neuen Rüstungsprogramm, dem umfangreichsten seit acht Jahren, revitalisiert (oder bloss reanimiert?) werden. Bundesrat Samuel Schmid will zu diesem Zweck verschiedenes Gerät beschaffen, so etwa Trainingsflugzeuge, Minenräumpanzer oder ein «Führungsinformationssystem». Der Gesamtwert der geplanten Beschaffungen [...]

«heute» wird unmoralisch

Der zweite Globulus der homöopathischen «heute»-Blattkritik handelt vom Boulevardjournalismus. Genauer: Von boulevardjournalistischen Titeln. Bekanntlich stammt «heute» aus dem Hause Ringier, welches auch den «Blick» herausgibt. Im bereits zitierten Interview mit «persönlich» nahm «heute»-Chefredaktor Bernhard Weissberg wie folgt Stellung : «persönlich»: Wie sieht in inhaltlicher Hinsicht die Aufgabenteilung zwischen “heute” und dem Blick aus? Weissberg: In [...]