Manchmal benötigt auch die banale Wahrheit höchste Weihen: Ein neues Bundesgerichtsurteil hält fest, dass freie Sicht beim Autofahren wirklich wichtig ist. Merken wir uns also für die kommende Schlottersaison: Wer auf der vereisten Windschutzscheibe nur ein Guckloch freikratzt, muss mit einem einmonatigen Führerausweisentzug rechnen.
In früheren «NZZ»-Berichten zu diesem Thema wurde jeweils der Polizei-Terminus Iglufahrer erwähnt. Leider scheint das Schöne Wort im Moment nicht en vogue zu sein. Eine Definition (und auch einige väterliche Ermahnungen) gibt aber es im kostenlosen Iglufahrer-Merkblatt der Gemeinde Wallisellen (PDF).
Comments 6
Gestern lernte ich hier im Lokalfernsehen den Ausdruck «Schlidderlaub» kennen. Was gibt es Gefährlicheres als einen Iglufahrer, der auf Schlidderlaub bremsen muss?
Posted 25 Okt 2006 at 19:07 ¶Schlidderlaub? Tatsächlich? Dies hübsche Wort müsste ich mal den Zürcher Verkehrsbetrieben melden. Deren Leitstelle, die nicht mehr Leitstelle genannt werden darf, erstaunt uns dieser Tage wieder mit Meldungen à la:
«Wegen schlechten Schienenzustands verkehren verschiedene Linien mit Verspätung. Wir bitten um Verständnis.»
Arme, kranke Schienen - hoffentlich bessert sich ihr Zustand bald!
Aber zu deiner Frage: Der schlidderlaubbehinderte Iglufahrer könnte seine Gefährlichkeit durch Telefonieren, Rauchen, Essen oder Zeitungslesen nochmals deutlich steigern. Eine Alptraum-Vision für alle Verkehrspädagogen …
Posted 26 Okt 2006 at 11:21 ¶Besonders dann, wenn ihm die brennende Zigarette bei 120 Stundenkilometern in die Tüte mit den Pommes und der Mayo fällt, die er vor sich ins Lenkrad geklemmt hat …
Posted 26 Okt 2006 at 17:36 ¶Noch besser wäre natürlich ein Kebab mit tropfender Joghurtsauce und Schlidderzwiebeln, eingewickelt in eine schmierige Alufolie.
Posted 26 Okt 2006 at 18:19 ¶Wirklich ein schönes Wort. Muss es heute grad wieder mal schreiben…
Posted 28 Nov 2008 at 11:14 ¶Schöne Wörter zu schreiben ist nie falsch.
Posted 28 Nov 2008 at 11:49 ¶Post a Comment