zeitlupen

Der Schweizer Cafetier-Verband hat sich mit seinen Ideen zur Umsatzsteigerung nicht eben beliebt gemacht. Die vorgeschlagenen Eintritts- und Mindestkonsumationsgebühren (auch so ein Kandidat für die Schlimmen Wörter) wurden nicht nur von empörten Leserbriefautoren, sondern auch von Mitgliedern zerzaust. Die Vorschläge wurden unterdessen zurückgezogen.

Die gastronomische Planwirtschaft bleibt uns also vorerst erspart. Als Folge der sinnfreien Aktion kann der Monarch wenigstens einen Neologismus vermelden. Denn im «Tages-Anzeiger» von gestern schreibt Jean-Martin Büttner:

Nun ist Zürich keine Stadt für Flaneure und dementsprechend kein Ort für Kaffeehäuser nach Wiener Vorbild, wo die Gäste mit einem Espresso einen zeitlupenen Nachmittag verbringen.

Zugegeben: Das Adjektiv harzt ein wenig. Doch als Verb taugt die Idee alleweil. Wir stellen uns vor:

Wenn Skater über die neue Schanze zeitlupen, scheint die Welt stillzustehen.
In unserem Slow-Down-Ferienlager dürfen Ihre Kinder in aller Ruhe zeitlupen.
Lasst uns wieder mal zeitlupen.

Passt doch wunderbar zur Entschleunigung und all den Nume nid gschprängt-Kampagnen von Strassenpolizisten und Präventivmedizinern.

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