Lesen bildet. Bis heute kannte der Monarch lediglich Boden-, Pizza- oder Zahnbeläge. Durch die Lektüre eines «Tages-Anzeiger»-Artikels (online nicht frei zugänglich) über eine Autobahnsanierung im Aargau wurde er mit dem Konzept des Flüsterbelags vertraut gemacht:
Bei der Sanierung der A 1 zwischen Suhr und Safenwil haben die Aargauer 1999 einen extrem porösen «Flüsterasphalt» eingebaut. Er ist bis sechs Dezibel leiser als ein konventioneller Belag. Dadurch konnte auf Lärmschutzwände verzichtet werden.
Die Vorstellung tuschelnder Asphaltstrecken ist erheiternd. Vor allem, wenn die wohlerzogenen Aargauer Strecken so leise sind, dass die Lärmschutzwände hinfällig werden. Eine kurze Google-Recherche zeigt aber, dass der Flüsterasphalt kein Neologismus ist, sondern respektable 12 500 Treffer vorweisen kann. Das Ingenieurberatung Ellrott und Partner stellt lapidar fest:
Der Flüsterasphalt ist eine umgangsdeutsche Bezeichnung. Unter Flüsterasphalt wird im technischen Sprachgebrauch ein offenporiger Asphalt, kurz OPA genannt, verstanden.
Wie sich die Zeiten ändern. Früher brüllte man Opa noch ins Ohr. Heute flüstert er.
Comments 2
Den «Flüsterasphalt» gibt es hierzulande schon länger. Sein Gegenteil ist der «Brüllbeton». Das Phänomen trat an der neuen Ostseeautobahn auf, wo man den Straßenbelag irgendwie falsch herum gefräst hatte (oder so ähnlich). Bei den Anwohnern jedenfalls erzitterte bei jedem LKW Omas Meißner Porzellan in der Vitrine. Der Schiet musste daraufhin durch «Flüsterasphalt» ersetzt werden.
Posted 02 Okt 2006 at 17:41 ¶Hmm, der Brüllbeton gefällt mir. Ich hätte ihn allerdings eher mit jenen Augenkrebs induzierenden Klötzen assoziert, die Zürichs Stadtplaner in den 60er Jahren ganz unverkrampft neben schöne alte Jugendstilhäuser rumsten.
Werd ich mir merken, das Wort.
Posted 02 Okt 2006 at 20:39 ¶Post a Comment