Es gibt nichts Konstantes im Leben. Ausser die Veränderung und das beständige Fluchen darüber. Doch das Schimpfen ist auch nicht mehr, was es einmal war. Himmeldonner! Unsere Hinweise für die Freunde der Invektivlinguistik beginnen wir mit einem Link zum NEON-Interview mit Roland Ris. Der eremitierte ETH-Professor arbeitet seit Jahren an einer Untersuchung über schlimme Schlimme Wörter und beobachtet auch die Entwicklung der ganz banalen Schimpfkultur:
Gibt es etwas, das sie an der heutigen Fluchkultur stört?
Ja: Wir fluchen ziemlich simpel. Früher war das besser. Wollte man zum Beispiel mal richtig Dampf ablassen, brüllte man in der Schweiz: »Heilig Sterne!« Ein zahmerer Fluch war dagegen: »Wetterli!« Heute schreit man statt beidem einfach: »Scheisse!« Und niemand weiss, ob das gerade helle Empörung oder leichte Enttäuschung ausdrückt. Die Leute früher konnten sich beim Fluchen differenzierter ausdrücken.
Wer an dieser Aussage zweifelt, möge sich einmal während der Stosszeit in eine beliebige S-Bahn setzen. Fortsetzung folgt.
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http://txtnws.twoday.net/stories/2699028/
Posted 24 Sep 2006 at 20:50 ¶Trackbacks & Pingbacks 1
[...] In Folge I unserer Schimpf-Serie beklagte Roland Ris die das undifferenzierte Fluchen. Ausnahmsweise ist dagegen ein Kraut gewachsen. Beziehungsweise eine Maschine konstruiert worden. Denn mit der Schimpfmaschine von Marc Covo und Beat Gloor (s. auch hier) lässt sich trefflich fluchen. Der Monarch empfiehlt den Besuch unbedingt. Schon nur, damit Sie den nächsten Armleuchter etwas raffinierter beschimpfen können. Zum Beispiel als super durchgeknallten hoppla-jetzt-komm-ich-Zampano. Tags: Schimpf! [...]
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