Wer sich nach einem guten Espresso aus einer anständigen Maschine sehnt, hats in der Schweiz nicht leicht. Für Private ist der koffeinhaltige Trübsinn aus Nespresso-Kapseln häufig das höchste der Gefühle. Und in Restaurants liegt das Augenmerk allzu oft auf dem uuuuh lässigen «Matschiato».
Nun gut. Der Macchiato ist längst eingebürgert, und nur weil die iPod-Generation das helvetisch-urchige Wort «Schale» verlernt, wird die Welt nicht untergehen. Trotzdem war meine Freude gross, als ich im gestrigen «Tages-Anzeiger» die Kolumne von Wiglaf Droste las (online nicht frei zugänglich - Online-Redaktionen, wann lernt ihrs endlich?). Droste sprach vom Urlaub auf Helgoland, vom Baden mit Seehunden und dem geruhsamen Strandkorbleben. Und regelte mit seltener Eloquenz auch noch gleich die Kaffeefrage:
Ein Frühstück steht bereit und wird mit Freuden verdrückt: Melone, Ananas, Apfelsinen- und Pampelmusenfilets; Rührei mit Speck und kleinen Bratwürstchen,; dann Fisch, Matjes mit Apfel und Paprika, Lachs, Makrele, Heilbutt, Sprotten; hinterher ein Apfelküchlein und Kaffee, für die Mädchen gibt es italienischen Lattequatsch und Prosecco.
Voilà.
Wer den Macchiato trotzdem ganz toll findet (oder auch nicht), kann sich übrigens bei der «Zeit» mit einer sehr anschaulichen Physiklektion weiterbilden. «Dr. Max erklärt die Welt» – oder wenigstens die physikalischen und chemischen Grundlagen des Macchiato. (Dank für den Hinweis an Nils).

Comments 2
Ich boykottiere deshalb Starbucks und ähnliche Lokale. Einmal und nie wieder hat sich auf meiner Stirn eingebrannt.
Posted 18 Aug 2006 at 11:57 ¶Kann ich verstehen. Es müssen ja gleichzeitig a) die Hardware (= Maschine und Mühle) b) der Kaffee c) die Bedienung stimmen. Gerade c) hat mir das Wiederkommen in Zürcher Bars oder Restaurants oft verleidet. Aber mit der Zeit kennt mann trotzdem ein paar gute Adressen.
Posted 18 Aug 2006 at 12:45 ¶Post a Comment