Die Nachhaltigkeit, dieses Lieblingsunwort aller Heisslufterzeuger, besitzt laut Wikipedia einen ehrbaren Hintergrund.
[Der Begriff] bezeichnet die Bewirtschaftungsweise eines Waldes, bei der dem Wald immer nur so viel Holz entnommen wird wie nachwachsen kann, so dass der Wald nie zur Gänze abgeholzt wird, sondern sich immer wieder regenerieren kann.
Nun gut. Wir haben die Begriffsübertragung auf sämtliche Sprach- und Lebensbereiche zur Kenntnis genommen. Wer heute in sein will, muss nachhaltig sein, mit allen Konsequenzen. Sei es im Gartenbau («Nachhaltig düngen mit Kompost») auf der Jagd («Nachhaltig jagen - zeitgemässe Wildbewirtschaftung») oder im Haushalt («Nachhaltig waschen»).
Doch was zu weit geht, geht nachhaltig zu weit. Im «Tages-Anzeiger» von heute lesen wir in einem Artikel über eine mögliche deutsche Beteiligung an einer Schutztruppe für den Libanon:
Denn um die Uno-Resolution 1599 zu realisieren, die auf Entwaffnung der Milizen abzielt, sind mehrere Schritte notwendig. (…) Um einen nachhaltigen Waffenstillstand zu ermöglichen, müssen freilich noch weit kritischere Fragen geklärt werden als die nach einer deutschen Beteiligung an einer multinationalen Truppe.
Dummes Gewäsch. Ein nachhaltiger Waffenstillstand heisst ganz einfach Frieden. Wenn dieser endlich mal erreicht wird, kann er von mir aus sogar nachhaltig sein.
Comments 2
Ein nachhaltiger Waffenstillstand ist demnach ein solcher, bei dem nur gerade so viel Krieg noch geführt wird, wie auch Waffen als Ersatz nachgeliefert werden können.
Posted 06 Aug 2006 at 19:52 ¶Das ist leider korrekt.
Posted 06 Aug 2006 at 20:11 ¶Post a Comment