Die aktuelle Sommerposse der Zürcher Verwaltung (vgl. «Feuerverbot») sorgt für Unverständnis, aber auch für sprachliche Innovation. So griff man auf der «Blick»-Redaktion tief in die polizeilinguistische Kiste und prägte einen erheiternden Titel:
Joseph Kaiser flieht über die Reuss in den Aargau: «Die Wurstpolizei kriegt mich nie!»
Entgegen des Neologismus-Verdachts hat der «Blick» damit keine sprachliche Eigenleistung erbracht. Auf der Presseseite des «Schutzverbandes Nürnberger Bratwürste e. V.» (doch, das gibt es) lesen wir:
Nürnberg hat eine sehr alte Tradition der Lebensmittelaufsicht und der Gewerbeüberwachung. Die sogenannten «Polizeiordnungen» sind eine Nürnberger Erfindung. (…) Wir können ohne Lücken eine «Wurstpolizei» von 1363 an nachweisen.
Wir sehen: Wie viele Schöne Wörter ist auch die «Wurstpolizei» polyvalent. In Nürnberg dient sie der Qualitätssicherung, in Zürich der Repression.
Und noch eine Ergänzung: Mit feinem Sinn für Aktualität veröffentlichte die «NZZ am Sonntag» just in ihrer letzten Ausgabe, also während des Zürcher Grill-Moratoriums, eine ernährungsberaterische Lobeshymne auf die Bratwurst: «Die Grillbratwurst ist gut und tut gut». Wir sind schon fast geneigt, dieses Timing als subversiv zu bezeichnen.
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