Ex-Regierungsrätinnen sprechen von politischer Verantwortung, Ökonomen von nachhaltigem Engagement und unverzagte Theologen immer noch von Nächstenliebe. Die Moral dagegen ist eher out. Wie schön, dass sie sich im «Anzeiger für den Bezirk Affoltern» wenigstens im Sportteil finden lässt. Einen Bericht über den Match FC Zürich - Rapid Bukarest, welchen die Zürcher 2:0 gewannen, überschrieb die Redaktion mit einem bündigen
In Affoltern Moral für die Meisterschaft getankt
Was können wir alles tanken? Benzin, Diesel oder Strom. Im übertragenen Sinn sicherlich auch Energie oder Kraft. Aber Moral? Womöglich noch Super für Kriegsgurgeln und Bleifrei für die UNO-Blauhelme?
Comments 3
Okay, das Bild mit dem “tanken” hinkt schon ein wenig. Aber kann man nicht von der Moral einer Truppe oder Mannschaft sprechen, und damit ihre gegenwärtige Stimmung bzw. Motivation meinen?
Posted 19 Jul 2006 at 12:33 ¶Davon sprechen kann man gewiss. Ich störe mich lediglich am falschen Verb. Die Moral kann man stärken, erschüttern, heben, unterminieren oder beweisen, aber nicht tanken.
Posted 19 Jul 2006 at 16:11 ¶Es spricht ja auch niemand von «reinen Tisch tun» oder «zeigen, wo der Bartli den Most bezieht». Oder?
Okay, das hat was. Oder um es mit den Worten eines Weltwoche-Kolumnisten zu sagen: “Da hast du einen Punkt”.
Posted 08 Aug 2006 at 23:33 ¶Post a Comment