oberangesagt

Früher taten es bloss die Zeitschriften für Mode, Ausgehen und Style. Heute tut es sogar die «NZZ am Sonntag»: Sie beschäftigt Korrektoren, welche das Schlimme Wort angesagt wegen eines Sekundenschlafs nicht erkennen und ungelöscht in die Druckstrasse gelangen lassen.

«Wenn die von der Falkenstrasse so und so, dann wollen wir erst recht!» hiess es darauf bei Tamedia. Und so müssen wir in der aktuellen Ausgabe des «Magazins» in einer Bildlegende, welche die Kleidung eines jungen Mannes in ihrer ganzen Coolness erkenntlich machen soll, Folgendes lesen:

Nur für die Hosen musste er ein wenig mehr bezahlen, sie stammen vom oberangesagten französischen Label APC.

Das ist weder ober- noch angesagt, sondern vielmehr potthässlich. Liebe Bildredaktoren, besinnt euch doch beim nächsten Mal auf gutschweizerische Lobesformeln, zum Beispiel das altbewährte megageil. Das ist zwar so verstaubt wie unangesagte Schwingerkönige, aber wenigstens zur Hälfte Griechisch.

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