Nelly Wenger, einst für die Gestaltung der Expo gerühmt, macht sich dieser Tage mit der Neulancierung der ehrwürdigen Cailler-Produkte unbeliebt. Auf Plakatwänden und Inserateseiten prangen merkwürdige Gebilde, die erst beim zweiten Hingucken als Schokolade zu erkennen sind. So gibt es beispielsweise mattschwarze Schokoladekuben, die mich an die Ork-Schlösser in Mordor erinnern. Doch lassen wir diese visuellen Spitzfindigkeiten.
Das wirkliche PR-Problem liegt anderswo. Die neue Verpackung der Frigor-Schokoladentäfelchen hat zu bösen Kommentaren geführt. PET statt Karton und ein Preisaufschlag von bis zu 40 % liegen einigen Konsumenten schwer auf (vgl. z. B. Kassensturz). Nun sagt Frigor mit ganzseitigen Inseraten «vielen Dank für diesen herzlichen Empfang» (und das ganz ohne Ironie). Wie die Schokolade ist auch dieses Inserat ein Kunstwerk, dessen ausreichende Würdigung leider die Grenzen meiner Monarchie übersteigt. Ich serviere deshalb nur die exquisiteste Kostprobe, den kleingedruckten Hinweis ganz am Schluss:
Erhältlich im qualitativen Detailhandel.
Zur Erinnerung: «qualitativ» heisst laut Wörterbuch «die Qualität betreffend, der Güte, dem Wert nach.» Normalerweise wird es von Wörtern wie hochstehend, durchschnittlich oder minderwertig gefolgt. Alleine stehen sollte das arme Adjektiv aber nicht. Das schmissige it’s lonely at the top muss ja schon die Frigor-Schokolade ausbaden.
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