Die leere, in ungenutzer Pracht daliegende Halle des Zürcher Hauptbahnhofs ist in den Augen des Monarchen einer der wenigen freien Räume in der Zwinglistadt. Schade nur, dass selbige Halle kaum einmal ihre Weite zeigen darf, sondern permanent mit Skischanzen, Rutschbahnen, Schwingerringen, Marktständen, Kinosälen und ähnlichem Plunder zugestellt wird.
Ein besonders hässliches Beispiel dieser Angst vor der Leere ist zweifellos die «interaktive Lichtskulptur Football Globe Germany», ein gigantischer, beleuchteter Fussball, welcher gemäss einem Bericht von «Tages-Anzeiger online» auf Tage hinaus die erwähnte Halle verschandeln wird. Damit nicht genug: «Womöglich» sollen nebst dem grossen Tschuutibölle auch Interpreten des «WM-Songs» anwesend sein. Und zum Thema WM-Song, was er denn auch sein möge, lesen wir Folgendes:
In die finale Auswahl haben es unter anderen Songs von Polo Hofer, Chris von Rohr, Piero Esteriore und Gimma geschafft.
Früher hiess die «finale Auswahl» ganz schlicht Final. Warum bloss werden selbst die einfachsten, verständlichsten Wörter mit dem Heissluftföhn auftoupiert? Vielleicht liegt es an der Angst vor der Leere (Bildungsbürgerdeutsch: horror vacui), welche auch verhindert, dass eine leere Bahnhofshalle ganz einfach eine leere Bahnhofshalle sein darf.
Comments 1
Früher fand ich das Kino im HB auch noch cool. Am Wehnachtsmarkt ist immer so ein ‘puff’. Keine schönen Szenen.
Posted 05 Apr 2006 at 14:11 ¶Muss alles immer genutzt und ausgenutzt sein? Das ist wohl Gretchens Frage.
Post a Comment