Der «Tages-Anzeiger» berichtet heute in seiner Printausgabe über eine Tagung an der ETH namens «1001 Massnahmen gegen Littering.» Das Littering, also das zunehmende Zumüllen öffentlicher Strassen und Plätze, ist ein teures Problem. Die geschätzten jährlichen Reinigungskosten sollen 35 Millionen Franken betragen.
Im Artikel wird geschildert, wie das Problem u. a. durch das Aufstellen zusätzlicher Entsorgungstonnen und eine Sensibilisierung der müllenden Bevölkerung erreicht werden soll (O-Ton: Die Jungen sollen ihr eigenes Schulhaus «geil» finden, die Liegewiese am See muss «cool» sein und korrekte Abfallentsorgung «easy» gehen). Und wie sensibilisiert die Abschlussredaktion des TA ihre Leserschaft? Mit einem grässlichen Titel:
Teure Reste vom Mittagslunch
Der Gebrauch vom Dativ ist offenbar selbst bei gehobenen Tageszeitungen salonfähig. Wie siehts aber mit den bilingualen Pleonasmen aus? Ein lunch bezeichnet laut Leo in der Regel das Mittagessen. Auch das in Zürich so beliebte Verb to lunch, auszusprechen als lönntsche heisst nichts anderes als «zu Mittag essen».
Ein Mittagslunch ist also das selbe wie ein Morgenbreakfast oder ein Abenddîner (Beispiele frei erfunden, evtl. aber bald in der freien Wildbahn zu sehen).
Und was lernen wir daraus? Der moderne Mensch hält an seinen muttersprachlichen Grammatikfehlern fest, mischt diese aber kühn mit einer Fremdsprache. Und yet sind alle very impressed!
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